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Deutschland / Welt Papst in Tschechien eingetroffen
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15:02 26.09.2009
Das katholische Kirchenoberhaupt Papst Benedikt XVI.
Das katholische Kirchenoberhaupt Papst Benedikt XVI. Quelle: ddp (Archiv)
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Das katholische Kirchenoberhaupt wurde am Vormittag auf dem Prager Flughafen durch Staatspräsident Václav Klaus und dessen Frau Livia begrüßt. Mit seiner Reise in das stark säkularisierte Land, in dem rund 60 Prozent der Menschen konfessionslos sind, will der Papst in erster Linie die tschechischen Gläubigen ermutigen. Ein zentrales Thema des Besuchs in dem postkommunistischen Staat sollen 20 Jahre nach der politischen Wende ferner die gemeinsamen Werte Europas sein.

Zum Auftakt wollte Benedikt XVI. das berühmte „Prager Jesuskind“, eine Wachsfigur aus dem 17. Jahrhundert, in der Kirche zur Siegreichen Jungfrau Maria besuchen. Anschließend wollte er auf der Prager Burg mit Präsident Klaus zusammentreffen, eine Ansprache vor Politikern und Diplomaten halten und im Veitsdom eine Vesper feiern. Weitere Stationen sind Brno (Brünn) am Sonntag und Stará Boleslav (Altbunzlau) am Montag.

Papst erinnert in Prag an Fall des Kommunismus vor 20 Jahren

Papst Benedikt XVI. hat am Saonnabend zum Auftakt seines Tschechien-Besuchs an die politische Wende in Mittel- und Osteuropa und den Mauerfall vor 20 Jahren erinnert. „Zusammen mit Ihnen und Ihren Nachbarn danke ich für Ihre Befreiung von diesen despotischen Regimen“, sagte der Papst am Samstag nach seiner Landung auf dem Prager Flughafen. „Wenn der Fall der Berliner Mauer einen Wendepunkt in der Geschichte der Welt darstellte, umso mehr gilt das für die Länder Mittel- und Osteuropas.“ Durch die Samtene Revolution sei in Tschechien eine außerordentlich schwierige Periode friedlich zu Ende gegangen.

Die Folgen der 40-jährigen politischen Unterdrückung dürften nicht unterschätzt werden. Eine besondere Tragödie für Tschechien sei der umbarmherzige Versuch der damaligen Regierung gewesen, die Stimme der Kirche zum Schweigen zu bringen. Heute, da die Religionsfreiheit erneuert worden sei, rufe er alle Bewohner des Landes auf, die christlichen Traditionen wiederzuentdecken, die ihre Kultur geformt hätten.

Das katholische Kirchenoberhaupt war zuvor durch Staatspräsident Václav Klaus und dessen Frau Livia mit militärischen Ehren begrüßt worden. Mit seiner Reise in das stark säkularisierte Land, in dem rund 60 Prozent der Menschen konfessionslos sind, will der Papst in erster Linie die tschechischen Gläubigen ermutigen.

Erste Station der Reise war die Kirche zur Siegreichen Jungfrau Maria mit der berühmten Figur des „Prager Jesulein“, die jedes Jahr Tausende Pilger aus aller Welt anlockt. Nach einem kurzen Gebet vor der Barockfigur verwies Benedikt XVI. auf die Bedeutung von stabilen Familien und der Kinder für die Menschheit. „Wie viele Kinder werden heute nicht geliebt, nicht angenommen und nicht respektiert! Wie viele sind Opfer von Gewalt und verschiedenen Formen des Missbrauchs durch skrupellose Personen! Möge den Kindern der Respekt und die Aufmerksamkeit gesichert werden, die ihnen zusteht: Kinder sind die Zukunft und die Hoffnung der Menschheit.“

Anschließend wollte der Papst auf der Prager Burg mit Präsident Klaus zusammentreffen, eine Ansprache vor Politikern und Diplomaten halten und im Veitsdom eine Vesper feiern. Weitere Stationen sind Brno (Brünn) am Sonntag und Stará Boleslav (Altbunzlau) am Montag.

ddp

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