Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Papst will mehr Zeit mit Protestanten bei Deutschlandbesuch
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Papst will mehr Zeit mit Protestanten bei Deutschlandbesuch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:03 09.03.2011
Papst Benedikt XVI.
Papst Benedikt XVI. Quelle: dpa
Anzeige

In dem Land, in dem die Reformation ihren Ursprung nahm, sei ein stärkerer ökumenischer Akzent notwendig, schrieb der Papst dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Donnerstag) berichtet.

Die EKD in Hannover bestätigte diesen Wunsch Benedikts. „Der EKD-Chef freut sich über das positive Signal des Papstes und er ist sehr zuversichtlich, dass es im Rahmen des Deutschlandbesuchs im September zu einem guten und fruchtbaren Austausch kommt“, sagte eine Sprecherin am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa.

„Ich werde alles tun, damit die Begegnung mit den evangelischen Christen gebührenden Raum erhält“, heißt es in dem Brief von Benedikt XVI. Anlass sei der Wunsch der EKD nach einer eingehenden Begegnung mit dem Papst gewesen, um die EKD-Chef Schneider den Papst Anfang Februar gebeten hatte, schreibt die „FAZ“. Das vorläufige Besuchsprogramm habe bisher nur eine kaum einstündige Zusammenkunft in Erfurt vorgesehen.

„Inzwischen ist von den zuständigen Stellen ein vorläufiges Programm (...) erarbeitet worden, in dem leider die Begegnung mit der Evangelischen Kirche in Deutschland einen relativ bescheidenen Raum einnimmt“, klagte der Papst in seinem Brief. Deshalb habe er bei den zuständigen Instanzen auf einen stärkeren ökumenischen Akzent gepocht. Wie und wo dieser Akzent gesetzt werden soll, ließ der Papst offen.

Benedikt kommt vom 22. bis 25. September zu einem offiziellen Besuch nach Deutschland. Erste Station ist Berlin. Neben Gesprächen mit Bundespolitikern und einer Rede im Bundestag sind auch Gottesdienste im Bistum Erfurt und in Freiburg geplant.

Nach anfänglicher Kritik an Benedikt XVI. im Jahr 2007 wegen der Abgrenzung der katholischen Kirche von den Protestanten richtet die EKD inzwischen Erwartungen an den Papst, was eine Annäherung der beiden Konfessionen angeht. Trotz der konservativen Grundhaltung des Papstes sei eine Weiterentwicklung des Verhältnisses von Katholiken und Protestanten unter Benedikt XVI. möglich, erklärten hochrangige EKD-Vertreter zuletzt im Herbst.

dpa