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Parlamentswahlen in Südafrika: Dem ANC drohen Verluste

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14:53 07.05.2019
Ramaphosa, Vorsitzender der Regierungspartei African National Congress (ANC). Quelle: Jerome Delay/AP/dpa
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Johannesburg

Es ist nicht nur die wichtigste, sondern auch die merkwürdigste Wahl, die das neue Südafrika jemals erlebt hat. Ein großer Teil der Funktionäre des regierenden Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) hat gar kein Interesse daran, dass ihre Partei unter Präsident Cyril Ramaphosa hoch gewinnt: Für diesen Fall müssen sie nämlich um ihre Pfründe, womöglich sogar um ihre Freiheit bangen.

Für die Zeit nach den Wahlen kündigte Ramaphosa bereits eine Säuberung der unter Jacob Zuma verrotteten Partei an: In unzählige Korruptionsskandale verwickelte hohe ANC-Funktionäre und Minister müssen damit rechnen, hinter Gittern zu landen.

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Ihre letzte Chance: dass Ramaphosa schlecht abschneidet oder gar die absolute Mehrheit verliert. Das würde den erklärten Saubermann dermaßen schwächen, dass er sein Reinigungs-Projekt gleich wieder einmotten muss. Er könnte sogar als ANC-Präsident wieder abgesetzt werden: Die Konsequenzen für die Zukunft Südafrikas wären verheerend.

Verliert die Regierungspartei ihre absolute Mehrheit?

Urbane schwarze Mittelständler, die dem ANC unter Zumas in Scharen den Rücken kehrten, werden ihre Stimme Ramaphosa geben: Ob das ausreichen wird, ist unter Umfrageinstituten allerdings umstritten. Die einen sagen dem ANC mehr als 60 Prozent voraus, die anderen kaum 50.

Sollte die Regierungspartei tatsächlich die absolute Mehrheit verlieren, stünden Südafrika noch turbulentere Zeiten bevor: Dann müsste der ANC eine Koalition mit den „Economic Freedom Fighter“ (EFF) eingehen, deren „Commander in Chief“, Julius Malema, einst aus der Partei Nelson Mandelas ausgeschlossen wurde.

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Der militante Populist in Gucci-Schuhen will die von Zumas Herrschaft schon schwer angeschlagene Volkswirtschaft mit der Nationalisierung der Minen und Banken sowie der Enteignung weißer Farmer retten: Er kann mit bis zu zwölf Prozent der Stimmen rechnen.

48 Parteien auf dem Stimmzettel

Außen vor wird in jedem Fall die größte Oppositionspartei bleiben: Die Demokratische Allianz (DA) kann sich glücklich schätzen, wenn sie wieder auf 22 Prozent der Stimmen kommt. Obwohl sie die einzige Partei ist, die in fast gleicher Zahl von Schwarzen, Weißen und Farbigen gewählt wird, gilt sie – nicht zu Unrecht – als Partei der Weißen.

Auch ihr Ruf als Apologet des freien Marktes hilft ihr nicht dabei, zu einer Mehrheitspartei zu werden. Dem Rest der 48 Parteien, die sich auf dem Wahlzettel – in Wahrheit eine Wahlbroschüre – drängeln, kommt lediglich eine Bedeutung als Statisten zu.

Von Johannes Dieterich/RND