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Deutschland / Welt Mehr als jeder Vierte verzichtet auf Pausen im Job
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Mehr als jeder Vierte verzichtet auf Pausen im Job
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06:43 13.11.2018
Stress im Job? Gut jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland macht keine Pause. Quelle: dpa
Berlin

Bei 28 Prozent der Beschäftigten in Deutschland fallen regelmäßig Arbeitspausen aus. Bei jüngeren Beschäftigten zwischen 15 und 29 Jahren liegt der Anteil mit 31 Prozent noch etwas höher. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Das Ministerium verweist in diesem Zusammenhang auf Daten aus der „Arbeitszeitbefragung 2017“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Als Grund für den Ausfall hätten 63 Prozent der Beschäftigten zuletzt „zu viel Arbeit“ sowie „Pause passt nicht in den Arbeitsablauf“ angegeben. 26 Prozent gaben an: „Möchte keine Pause machen“. 14 Prozent verzichteten auf Pausen, „um früher Feierabend zu haben“. 24 Prozent nannten sonstige Gründe. Unter Verweis auf Daten aus dem Jahr 2015 erklärt das Arbeitsministerium, dass Beschäftigte im Gastgewerbe sowie im Gesundheits- und Sozialwesen am häufigsten von einem Pausenausfall betroffen seien.

Die Linksfraktion sieht erhebliche Defizite auf Seiten der Arbeitgeber. „Die Zahlen sind alarmierend. Viele Arbeitgeber ignorieren offensichtlich ihre gesetzlichen Schutz- und Sorgfaltspflichten und nehmen damit Gesundheitsgefährdungen ihrer Beschäftigten in Kauf“, sagte die Linken-Bundestagsabgeordnete Jessica Tatti dem RND. „Zeitdruck, Arbeitsverdichtung und Leistungsstress sind zu einem massiven Problem in der Arbeitswelt geworden. Wenn Beschäftigte die Arbeit in ihrer Arbeitszeit nicht schaffen, dann muss mehr Personal eingestellt werden.“

Lesen Sie auch: Bei Arbeitsverdichtung eigene Grenzen klar definieren

Insbesondere im Erziehungs- und Pflegebereich würden viele bereits seit Jahren am Limit arbeiten. „Wenn Unternehmen ihre Beschäftigten systematisch ausbrennen, um Kosten zu sparen und höhere Gewinne zu erzielen, muss die Bundesregierung handeln“, so Tatti weiter. „Wir brauchen bessere Arbeitsbedingungen und mehr Personal in Erziehung und Pflege. Eine Anti-Stress-Verordnung ist überfällig.“

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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