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Deutschland / Welt Peer Steinbrück mit 93 Prozent als Kanzlerkandidat gewählt
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Peer Steinbrück mit 93 Prozent als Kanzlerkandidat gewählt
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16:58 09.12.2012
Von Michael B. Berger
Gewählt: Peer Steinbrück. Quelle: dpa
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Hannover

Peer Steinbrück ist am Sonntag mit 540 von 580 gültigen Stimmen zum Kanzlerkandidaten der SPD gewählt worden. 31 der 583 Delegierten stimmten auf dem Sonderparteitag der SPD in Hannover mit Nein.

In einer fast zweistündigen Rede kritisierte der 65-jährige Bundestagsabgeordnete Bundeskanzlerin Merkel, keine Überzeugungen und Haltungen zu haben. "Die CDU, eine Partei, die gern in einem Ritual Werte beschwört, ist zu einer Machtmaschine geworden. Aber Machterhalt ist nicht die zentrale Aufgabe von Politik."

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Jetzt ist er es auch offiziell: Die SPD hat auf ihrem Sonderparteitag in Hannover Peer Steinbrück zum Kanzlerkandidaten für die kommende Bundestagswahl gewählt.

Erst ganz zum Schluss ging Steinbrück auf die Debatte um seine hohen Honorare ein. "Meine Vortragshonorare waren Wackersteine, die ich in meinem Gepäck habe und auch Euch auf die Schultern gelegt habe", sagte er. Steinbrück dankte den Delegierten, dass sie diese Last mit ihm getragen hätten. Die Solidarität, die er aus der Partei erfahren habe, habe ihn berührt – ,"das werde ich nicht vergessen", sagte Steinbrück unter heftigem Beifall der Genossen. Nach der Niedersachsen-Wahl am 20. Januar 2013 werde die politische Landschaft anders aussehen.

Die mehr als 600 Delegierten bedachten Steinbrücks lange Rede, die um die Sozial, Finanz- und Europapolitik kreiste, mit mehr als zehn Minuten langem Beifall – auch eine Replik auf den CDU-Bundesparteitag in Hannover, wo Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einem mehr als sieben Minuten langen Beifall bedacht worden war.

Zu Beginn wurde die Rede kurz durch Mitglieder der Umweltschutzorganisation Greenpeace gestört. "Genug Kohle gescheffelt", stand auf dem Transparent der Aktivisten, das einen behelmten Steinbrück zeigte. Der Kanzlerkandidat reagierte auf die Provokation nicht, stockte nur kurz in seiner Rede, setzte sie dann fort. Die Greenpeace-Aktivisten wurden derweil aus dem Saal komplimentiert, während Steinbrück den Sozialdemokraten Otto Wels zitierte, der 1933 zum Ermächtigungsgesetz der Nazis sagte: "Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht." Die Delegierten applaudierten heftig.