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Deutschland / Welt Pilger sterben bei Anschlägen in Kerbela
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Pilger sterben bei Anschlägen in Kerbela
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17:36 28.07.2010
Ein irakischer Junge besichtigt die Stelle, an am Mitwoch der eine Bombe in Bagdads Schiiten-Vorstadt Sadr-City einschlug. Quelle: dpa

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Im Irak gibt es kaum noch religiöse Feste, die nicht von Terror überschattet sind: In der Nacht zum Mittwoch starben nach Angaben der Polizei 16 schiitische Pilger bei einem Anschlag in der Stadt Kerbela. Sie waren zusammen mit rund zwei Millionen Gläubigen in die südlich von Bagdad gelegene Stadt gekommen, um an die Geburt des für die Schiiten bedeutenden zwölften Imams Mahdi im 9. Jahrhundert zu erinnern.

22 Pilger wurden verletzt, als eine Rakete inmitten einer Menschenmenge einschlug. Die Polizei nahm fünf Verdächtige fest, wie die Nachrichtenagentur Aswat al-Irak meldete. Die Regierung hatte 31.000 Polizisten und Soldaten für den Schutz der schiitischen Pilger vor sunnitischen Extremisten aufgeboten.

Ein Militärhubschrauber, der die Pilger auf ihrer Reise in die heilige Stadt Kerbela beschützen sollte, stürzte unterwegs ab. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums teilte mit, dass de Hubschrauber in einen Sandsturm geraten war. Die fünf Crew-Mitglieder kamen dabei ums Leben.

In Bagdads Schiiten-Vorstadt Sadr-City starben zudem vier Menschen, als ein Sprengsatz in der Nähe eines Restaurants detonierte. Nach Informationen von Aswat al-Irak wurden elf Menschen verletzt.

In der nördlichen Stadt Mossul zählte die Polizei am Mittwoch drei getötete Polizisten und drei zivile Terroropfer, unter ihnen ein junges Mädchen. In der westlichen Stadt Falludscha fand man nach Informationen der Agentur Al-Yaqen drei Leichen von Mordopfern.

Viele Iraker geben den politischen Parteien, die bei der Parlamentswahl am 7. März gut abgeschnitten hatten, die Schuld an der jüngsten Verschlechterung der Sicherheitslage. Sie haben es bisher nicht geschafft, eine neue Regierung zu bilden, was kurz vor dem für Ende August geplanten Abzug der US-Kampftruppen ein Machtvakuum geschaffen habe.

dpa, afp

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