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Deutschland / Welt Piloten widersprachen deutschem Kommando vor Luftangriff
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10:08 05.12.2009
Vor dem Luftangriff bei Kundus gab es offenbar Meinungsunterschiede zwischen dem deutschen Kommando und den US-Piloten.
Vor dem Luftangriff bei Kundus gab es offenbar Meinungsunterschiede zwischen dem deutschen Kommando und den US-Piloten. Quelle: ddp (Archiv)
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Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ am Sonnabend vorab berichtete, zeigen Auszüge aus dem NATO-Abschlussbericht, dass die Besatzung der amerikanischen „F 15“-Jagdbomber den Auftrag, die entführten Tanklaster zu bombardieren, mehrfach in Frage gestellt hat.

Dabei sei es unter anderem darum gegangen, wie viele Bomben abgeworfen werden sollten, berichtete das Magazin unter Berufung auf die Vernehmung eines US-Oberstleutnants. Der Fliegerleitoffizier des deutschen Kommandeurs Oberst Georg Klein habe sechs Bomben gefordert. Die Besatzung der F-15 habe ausdrücklich widersprochen, dies werde nicht passieren. Es seien nur zwei Bomben nötig.

Darüber hinaus zeigen Auszüge des Funkverkehrs zwischen dem US-Piloten und dem deutschen Fliegerleitoffizier dem „Spiegel“ zufolge, dass die Besatzung nicht nur ein- oder zweimal warnende Tiefflüge vorgeschlagen habe, sondern gleich fünfmal. Der deutsche Fliegerleitoffizier habe entgegnet: „Negativ. Das Ziel soll sofort angegriffen werden.“

ddp

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