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Deutschland / Welt Politisches Attentat erschüttert die USA
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Politisches Attentat erschüttert die USA
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23:34 09.01.2011
Nach dem Massaker auf der Wahlkreisveranstaltung einer demokratischen Abgeordneten entbrennt in den USA eine Debatte um das politische Klima. Quelle: dpa
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Schock und Entsetzen in Amerika: Mit einem gezielten Kopfschuss hat ein offensichtlich verwirrter Attentäter im Bundesstaat Arizona eine US-Kongressabgeordnete schwer verletzt. Der 22-Jährige feuerte mit seiner halb automatischen Pistole auch auf weitere Menschen – sechs starben, darunter ein neunjähriges Mädchen und ein hochrangiger Bundesrichter. Insgesamt 14 Menschen wurden nach offiziellen Angaben vom Sonntag teils schwer verletzt. Die Abgeordnete Gabrielle Giffords stand seit Längerem im Fadenkreuz der Tea-Party-Bewegung. Präsident Barack Obama reagierte erschüttert.

Am Tag nach dem Anschlag zeigten sich die behandelnden Ärzte „vorsichtig optimistisch“ über den Gesundheitszustand der Politikerin Giffords. Sie sei ansprechbar gewesen und befinde sich nun in einem künstlichen Koma, sagten die Ärzte Michael Lemole und Peter Rhee vom Traumazentrum des Klinikums in Tucson (Arizona). Die 40-jährige Kongressabgeordnete sei in der Lage, „einfache Kommandos“ zu befolgen.

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Der Anschlag vor einem Einkaufszentrum in Tucson galt laut Polizei eindeutig der demokratischen Abgeordneten. Sie erlitt einen Kopfdurchschuss. Die 40-Jährige hatte das Gesundheitsreformgesetz von Präsident Barack Obama vehement unterstützt und war zur Zielscheibe radikalkonservativer Gegner geworden. So wurden vor einiger Zeit die Fensterscheiben ihres Büros in Arizona zerschmettert. Im Kongresswahlkampf 2010 gehörte ihr Wahlkreis zu jenen, die auf der Webseite der früheren Gouverneurin von Alaska, Sarah Palin, mit einem Fadenkreuz versehen war. US-Medien warfen am Wochenende die Frage auf, ob und in welchem Maße die hitzige Ausländerdebatte in dem Staat und die zunehmend vergiftete Atmosphäre insgesamt zum Blutbad beitrugen.

Der als Jared Lee Loughner identifizierte Schütze sitzt in Untersuchungshaft und wurde noch am Sonntag wegen mehrfachen Mordes angeklagt. Dabei ist es anscheinend drei Passanten zu verdanken, dass das Blutvergießen nicht noch schlimmer ausfiel. Eine selbst von einer Kugel getroffene Frau hatte dem Täter mutig das Waffenmagazin entrissen, als er es wechseln wollte, wie Augenzeugen schilderten. Wenig später wurde der Schütze dann von zwei männlichen Passanten überwältigt. Der Täter verweigert bislang jede Aussage. Bizarre Erklärungen und Videos des Schützen im Internet deuten jedoch auf einen wirren politischen Hintergrund hin. Ein zweiter Mann, der als möglicher Komplize gesucht worden war, hat nach Polizeiangaben nichts mit dem Blutbad zu tun.

Präsident Obama äußerte sich erschüttert und sprach von einer „unsagbaren Tragödie“. Gewalt dürfe keinen Platz in der Politik haben. Das Abgeordnetenhaus in Washington sagte alle Sitzungen in der nächsten Woche ab.
Das Verbrechen ereignete sich am Sonnabendvormittag, als Giffords Wähler vor einem Supermarkt traf. Palin sprach den Familien der Opfer ihre Anteilnahme aus. Sie bete für die Opfer „und für Frieden und Gerechtigkeit“.

Gabrielle Chwallek und Andreas Geldner