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Deutschland / Welt Polizei rückt auf Unabhängigkeitsplatz vor
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Polizei rückt auf Unabhängigkeitsplatz vor
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10:36 11.12.2013
Polizeieinheiten sind in der Nacht zum Mittwoch in der ukrainischen Hauptstadt Kiew gegen Demonstranten im Stadtzentrum vorgerückt. Quelle: dpa
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Kiew

Die ukrainische Polizei ist in der Nacht zum Mittwoch in der ukrainischen Hauptstadt Kiew gegen Demonstranten im Stadtzentrum vorgerückt. Wie Medien berichteten, war den Demonstranten zuvor eine Entscheidung des Gerichts bekanntgemacht worden, nach der weitere Kundgebungen im Zentrum Kiews untersagt seien. Die prowestlichen Demonstranten auf dem zentralen Platz der Unabhängigkeit regierten auf die Bekanntmachung mit dem Singen der ukrainischen Hymne.

Die Sicherheitskräfte rückten zunächst nur schrittweise vor. Die Lage war gespannt. Nach Medienberichten durchbrachen Einheiten der Polizei eine Kette aus oppositionellen Abgeordneten auf der Institutsstraße im Zentrum der Millionenstadt. Zudem räumten sie weiter Barrikaden am Bürgermeisteramt. Einzelne Protestierende seien entfernt worden, wie Korrespondenten des Fernsehsenders 5 Kanal live berichteten. Berichte von Festnahmen oder Verletzten gab es zunächst nicht.

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Am Haus der Gewerkschaften verbarrikadierten sich Demonstranten weiter mit Stöcken und Helmen. Am Platz der Unabhängigkeit in Kiew, dem Maidan, brannte ein Zelt. Dort liegt das Zentrum der Protestbewegung der proeuropäischen Opposition um den Boxweltmeister Vitali Klitschko und die inhaftierte Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko. Auf dem Maidan führte die Sängerin Ruslana die Nationalhymne auf. Auf einer Bühne riefen die Regierungsgegner die Sicherheitskräfte auf, den Protestplatz nicht zu stürmen.

Das Kiewer Innenministerium drohte indes mit einem harten Durchgreifen gegen die Proteste. Jeder Widerstand werde als versuchte Organisation von Massenunruhen eingestuft, teilte das Ministerium am Mittwochmorgen in Kiew mit. Gegen Provokateure sollten Tränengas und andere Mittel eingesetzt werden.

Beim nächtlichen Abbau von Barrikaden im Stadtzentrum seien zehn Angehörige der Sicherheitskräfte verletzt worden, teilte die ukrainische Miliz weiter mit. Das Innenministerium verteidigte das Vorgehen damit, die öffentliche Ordnung wiederherzustellen. Am Platz der Unabhängigkeit in Kiew - dem Maidan - standen sich Tausende Demonstranten und Truppen der Sondereinheiten Berkut (Steinadler) gegenüber. Die Lage war gespannt. Immer mehr Menschen strömten am Morgen auf den Maidan.

Der Oppositionspolitiker und Boxweltmeister Vitali Klitschko forderte den sofortigen Rücktritt des prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch. Klitschkos Partei Udar teilte mit, dass in der Nacht zehn Demonstranten festgenommen worden seien. Der Fernsehsender 5. Kanal sprach von mindestens einem Schwerverletzten. Am Maidan umstellten Sicherheitskräfte das Gewerkschaftshaus. Dort liegt das von der Opposition so bezeichnete Stabquartier des nationalen Widerstands gegen Janukowitschs Regierung. In der Millionenstadt hielt sich weiter auch die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton zu Gesprächen mit den verfeindeten Lagern auf. Ashton hatte in der Nacht auch Klitschko sowie weitere Oppositionelle getroffen.

dpa

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