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Deutschland / Welt Protest gegen Hinrichtung in USA
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18:34 03.08.2012
Eine Todeszelle in einem Gefängnis in Texas Quelle: dpa (Archiv)
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Washington/Tokio

Menschenrechtler in den USA haben gegen die geplante Hinrichtung eines geistig zurückgebliebenen Mannes in Texas protestiert. Der wegen Mordes Verurteilte Marvin Wilson solle am 7. August durch die Giftspritze sterben, obwohl er mit einem Intelligenzquotienten von 61 eindeutig als minderbemittelt gelte, teilte die Organisation Amnesty International am Freitag mit.

In Japan starben zwei verurteilte Mörder durch den Strang. Die beiden Männer im Alter von 31 und 40 Jahren seien in der Hauptstadt Tokio und in Osaka gehängt worden, meldete die Nachrichtenagentur Jiji Press. Ende März waren bereits Todesurteile gegen drei Mörder vollstreckt worden, nachdem Japan 2011 auf Exekutionen verzichtet hatte. Japan gehört mit den USA zu den wenigen Demokratien, die noch immer die Todesstrafe verhängen.

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Der hingerichtete 31-Jährige war zum Tode verurteilt worden, weil er 2007 zwei Verwandte getötet und ihr Geld gestohlen hatte. Der 40-Jährige hatte 2002 ein 19 Jahre altes Mädchen entführt, vergewaltigt und anschließend verbrannt. „Wir müssen vernünftige Entscheidungen treffen. Aber wenn wir zu dem Entschluss kommen, dass ein bestimmter Fall eine Hinrichtung zwangsläufig erfordert, dann sollten wir unserer Ansicht nach nicht zögern“, zitierte die Nachrichtenagentur Kyodo Justizminister Makoto Taki.

Amnesty International Japan kritisierte die Regierung in Tokio für ihr „rigides Festhalten an Exekutionen“ und forderte eine Änderung der Landesgesetze. Die Todesstrafe widerspreche internationalen Normen zum Schutz der Menschenrechte.

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, äußerte sich bestürzt. „Was mich auch schockiert, ist das Vollstreckungsprozedere“, so Löning. „Die Verurteilten werden nicht über den Hinrichtungstermin informiert, sondern ohne Vorwarnung zur Hinrichtung gebracht. Auch die Angehörigen werden nicht über die bevorstehenden Hinrichtungen unterrichtet, so dass kein persönlicher Abschied möglich ist.“

In den USA hatte in den vergangenen Wochen bereits ein Fall in Georgia für Empörung gesorgt. Hier sollte der verurteilte Mörder Warren Hill durch die Todesspritze sterben, obwohl er laut mehreren Gutachten einen Intelligenzquotienten von lediglich knapp 70 besitzt. Die Exekution war kurzfristig vom obersten Gericht des Staates gestoppt worden. Der 52-Jährige hatte Einspruch gegen die Injektion nur eines einzigen Giftes erhoben. Die Gefängnisbehörden hatten erst kürzlich entschieden, dass nicht mehr eine Mischung aus drei Giftstoffen verwendet werde.

dpa

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