Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Glaeseker soll 25.000 Euro Geldbuße zahlen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Glaeseker soll 25.000 Euro Geldbuße zahlen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 13.03.2014
Von Klaus Wallbaum
Stand wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht: Olaf Glaeseker. Quelle: dpa
Hannover

Überraschung im Prozess gegen den früheren niedersächsischen Regierungssprecher Olaf Glaeseker: Das Verfahren gegen ihn und den ebenfalls angeklagten Event-Manager Manfred Schmidt soll eingestellt werden. Im Gegenzug sollen Schmidt und Glaeseker jeweils 25.000 Euro an die Staatskasse überweisen, Schmidt zudem einen Betrag von 5000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung. Diesen Vorschlag haben sowohl die Verteidigung als auch die Staatsanwaltschaft am 16. Verhandlungstag getroffen. Am Dienstag will das Landgericht unter Vorsitz der Richterin Renata Bürgel entscheiden, das gilt jedoch nur noch als Formsache.

Glaeseker und Schmidt war von der Staatsanwaltschaft Hannover Korruption vorgeworfen worden. Als Gegenleistung dafür, dass Glaeseker als Regierungssprecher um Sponsoren für die "Nord-Süd-Dialoge" zwischen 2007 und 2009 geworben hatte, soll der Event-Manager Schmidt ihn zu kostenlosen Urlauben nach Spanien und Südfrankreich eingeladen haben. Schmidt und Glaeseker widersprachen diesem Vorwurf massiv: Die Einladungen zu den Urlauben beruhten auf der langjährigen Freundschaft zwischen ihnen, und Glaesekers Engagement für die "Nord-Süd-Dialoge" habe nicht Schmidt, sondern Glaesekers Chef Christian Wulff gedient. Es sei nämlich Wulffs großes Interesse gewesen, dass diese Prominenten-Feste ein großer Erfolg werden. Glaeseker sagte: "Ich bin nach wie vor der Auffassung, dass mir kein korruptives Verhalten vorzuwerfen ist." Er erkenne aber an, dass die "äußeren Umstände" Anlass gegeben hatten, die Geschehnisse detailliert zu untersuchen. Auch Oberstaatsanwalt Clemens Eimterbäumer ging in seiner Erklärung auf Glaeseker und Schmidt zu, er räumte eine "enge private Freundschaft" zwischen beiden Männern ein und sprach auch davon, dass sie durch den Verlauf der Ereignisse beruflich und private schwere Belastungen zu tragen hätten.

Glaeseker ist, wenn sich die Richterin auf das Angebot einlässt, nicht vorbestraft. Gegen ihn gilt dann auch weiterhin die Unschuldsvermutung. Wäre der Prozess weitergegangen, hätte das für die Angeklagten eine erhebliche finanzielle Belastung bedeutet. Schätzungsweise kosten die Anwälte pro Verhandlungstag 4000 Euro – und im Falle eines Freispruchs würde nur das Honorar erstattet werden, das der jeweilige Pflichtverteidiger bekommen hätte. Gleichwohl ist der Ausgang dieses Verfahrens, wie er sich jetzt abzeichnet, kein Freispruch "erster Klasse" – denn es bleibt ein Makel hängen.

Schon zur Eröffnung des Prozesses im November hatte Glaeseker eingeräumt, Fehler begangen zu haben – dass er eng mit Schmidt befreundet ist, in dessen Geschäfte er als Diensthabender eingebunden war, hätte er zumindest deutlicher hätten anzeigen müssen.

Mehr zum Thema

Der ehemalige Sprecher von Ex-Bundespräsident Christian Wulff, Olaf Glaeseker, hat bei der Organisation der Promiparty "Nord-Süd-Dialog" nach Aussagen einer Zeugin nur auf Wulffs Wunsch gehandelt.

28.01.2014

Im Korruptionsprozess gegen den Ex-Wulff-Sprecher Olaf Glaeseker hat ein enger Vertrauter des früheren Bundespräsidenten ausgesagt. Lothar Hagebölling, unter Wulff Chef der Staatskanzlei, gab an, Wullfs Erwartungen an den Nord-Süd-Dialog hätten Glaeseker unter Druck gesetzt.

20.01.2014

Im Korruptionsprozess gegen Olaf Glaeseker, dem früheren Wulff-Sprecher, sind weitere Zeugen gehört worden. Eine frühere Mitarbeiterin des mitangeklagten Party-Managers Manfred Schmidt schilderte heute im Landgericht Hannover, wie Sponsoren für die Promifete Nord-Süd-Dialog angeworben wurden.

14.01.2014

Dass sie Gegner, gar Feinde wären, nahm man ihnen ohnehin nie wirklich ab. Schon im Bundestagswahlkampf 2009 hatte man oft das Gefühl, dass sich Kanzlerin Angela Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier geradezu zwingen mussten, wenigstens politisch miteinander zu streiten.

10.03.2014
Deutschland / Welt Ex-Guerillaführer gegen Hardliner - Salvadorianer wählen Präsidenten

In El Salvador gilt die Stichwahl als Richtungsentscheidung. Ein früherer Guerillakommandeur tritt gegen einen Law-And-Order-Mann an. Wird die Sozialpolitik weitergeführt oder schwenkt das Land auf einen wirtschaftsliberalen Kurs um?

09.03.2014

Zum Schluss predigt Kardinal Meisner den Gläubigen noch einmal jene Botschaft, die er ihnen 25 Jahre lang eingeschärft hat. Daneben geht es an seinem Abschiedstag auch um einen Gast, der gar nicht da ist.

09.03.2014