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Deutschland / Welt Psychotherapie: Spahn zeigt sich kompromissbereit
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Psychotherapie: Spahn zeigt sich kompromissbereit
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06:16 13.12.2018
Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will schnelle Termine für psychisch Kranke erreichen Quelle: AP
Berlin

Im Streit um Reformen bei der Behandlung psychisch Kranker hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Kompromissbereitschaft signalisiert. Spahn sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), damit betroffene Patienten schneller einen Termin beim Psychotherapeuten bekämen als bisher, müsse die Versorgung vor Ort besser koordiniert werden. „Damit wollen wir den Patienten eine unnötige Odyssee von einer Arztpraxis zur anderen ersparen“, betonte er und fügte dann hinzu: „Wie wir dieses Ziel am besten erreichen, werden wir im weiteren Beratungsverlauf diskutieren und die konkrete Formulierung dann überarbeiten."

Der CDU-Politiker reagierte damit auf heftige Kritik der Verbände von Ärzten und Psychotherapeuten an einer Formulierung im Terminservice-Gesetz, das am Donnerstag erstmals im Bundestag beraten wird. Darin wird unter anderem eine „gestufte und gesteuerte Versorgung für die psychotherapeutische Behandlung“ angekündigt. Die Details dazu soll das höchste Entscheidungsgremium in der gesetzlichen Krankenversicherung, der Gemeinsame Bundesausschuss, ausarbeiten. Zur Erklärung hieß es in der großen Koalition, mit der 2017 eingeführten Psychotherapie-Sprechstunde sei es noch nicht gelungen, die Wartezeiten auf einen Termin deutlich zu reduzieren. Daher müsse über weitere Schritte gesprochen werden. Festgelegt sei aber noch nichts.

„Patienten wird Hürdenlauf zugemutet“

Die Verbände der Psychotherapeuten gehen allerdings davon aus, dass die Entscheidungen längst gefallen sind. Nach ihrer Einschätzung sollen künftig ausgesuchte Ärzte und Psychotherapeuten in einer Voruntersuchung entschieden, welches Hilfs- beziehungsweise Therapieangebot für einen Patienten in Frage kommt. „Eine derartige Selektion, bevor eine Behandlung in Anspruch genommen werden kann, hebelt den freien Zugang zum ärztlichen oder Psychologischen Psychotherapeuten aus“, heißt es in einer Bundestags-Petition, die bereits von mehr als 65.000 Menschen unterschrieben wurde. Psychischen Kranken werde ein Hürdenlauf zugemutet, der sie unnötig belaste und gegenüber anderen Patientengruppen benachteilige, so die Kritik. Gefordert wird, die geplante Änderung zu streichen.

Von Timot Szent-Ivanyi/RND

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