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Deutschland / Welt Pussy-Riot-Mitglied wieder in Freiheit
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09:18 23.12.2013
Nicht mehr in Gefangenschaft: Maria Aljochina. Quelle: rtr
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Moskau

Die Aktivistin Maria Aljochina von der kremlkritischen Punkband Pussy Riot ist wieder frei. Sie verließ am Montag das Straflager in Nischni Nowgorod an der Wolga, wie ihr Anwalt Pjotr Saikin am Montag Agenturen zufolge mitteilte. Die heute 25-Jährige war zu zwei Jahren Straflager wegen Rowdytums verurteilt worden, nachdem sie und andere Bandmitglieder mit einem „Punkgebet“ in der Moskauer Erlöserkathedrale Kremlchef Wladimir Putin kritisiert hatten. Aljochina fiel jetzt unter eine von Putin veranlasste Massenamnestie. Ihre Strafe wäre im März verbüßt gewesen.

Auch die zweite inhaftierte Pussy-Riot-Musikerin Nadeschda Tolokonnikowa (24) könnte noch am Montag freikommen. „Wir warten. Es sollte jeden Moment passieren“, sagte die Anwältin Irina Chrunowa in Krasnojarsk vor dem Straflager während eines Telefongesprächs mit der Nachrichtenagentur dpa. Das Lager befindet sich in Sibirien rund 4000 Kilometer von Moskau entfernt.

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Die Aktivistin Aljochina wollte nach Angaben ihres Anwalts von der Wolgastadt ins 400 Kilometer entfernte Moskau reisen. Augenzeugen beschrieben sie beim Verlassen des Lagers als wach und gut gelaunt. Aljochina traf sich zunächst mit Anwälten der Menschenrechtsorganisation „Komitee gegen Folter“. Bei dem Gespräch gehe es um ihre Beschwerden, die sie im Straflager eingereicht habe, sagte der Leiter des Organisation Igor Kaljapin der Agentur Interfax.

Mit einem Gnadenakt hatte Präsident Putin am Freitag auch seinen Erzfeind Michail Chodorkowski nach mehr als zehn Jahren in Haft freigelassen. Der frühere Milliardär reiste nach Berlin aus, wo er Zeit mit seiner Familie verbringt. Seine Zukunftspläne ließ er offen.
Allerdings will Chodorkowski nicht mehr - wie vor seiner Festnahme 2003 - die Opposition finanzieren. Der einst reichste Russe kämpft nach eigenen Angaben auch nicht um Rückgabe seines früheren Eigentums. Chodorkowski war einmal Chef des größten russischen Ölkonzerns Yukos, der nach seiner Festnahme zerschlagen worden war.

Anders als Chodorkowski weigerten sich die Frauen von Pussy Riot - beide junge Mütter - ein Gnadengesuch beim Präsidenten zu stellen. Der Kreml wertet solche Bitten um Gnade als Schuldeingeständnis. Das hatten die in einem international kritisierten Verfahren verurteilten Putin-Gegnerinnen stets abgelehnt. Politiker und Künstler sowie Menschenrechtler hatten sich weltweit immer wieder für eine Freilassung der Pussy-Riot-Frauen eingesetzt.

Die Staatsduma hatte am vergangenen Mittwoch eine Massenamnestie beschlossen, die auch mehrere Gegner Putins betrifft. In Freiheit kamen auch einige Oppositionelle, die vor der Amtseinführung Putins am 6. Mai 2012 wegen angeblich gewaltsamer Ausschreitungen inhaftierten worden waren.

Im Zuge der Amnestie wurden auch die Verfahren gegen 30 Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace eingestellt. Die Männer und Frauen aus verschiedenen Ländern waren nach einem Protest gegen russische Ölbohrungen in der Arktis festgenommen und dann wegen Rowdytums angeklagt worden. Sie warten auf ihre Ausreise aus Russland.

Dass die Gefangenen nun freikommen, werten Beobachter auch als Kreml-Zugeständnis an den Westen vor den Olympischen Winterspielen, die am 7. Februar in Sotschi eröffnet werden. Mehrere Politiker hatten angesichts der Menschenrechtslage in Russland Reisen ans Schwarze Meer abgesagt.

dpa/sag

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