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Deutschland / Welt Putzfrau kontert Kanzlerin – das ist Petra Vogel
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Putzfrau kontert Kanzlerin – das ist Petra Vogel
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12:39 15.09.2017
Petra Vogel mit Kanzlerin Angela Merkel.  Quelle: ZDF
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Berlin

 Wieder einmal spricht Deutschland über eine knallharte Putzfrau aus dem Ruhrgebiet. Petra Vogel brachte die Kanzlerin in der ZDF-Sendung „Klartext“ mit ihren Fragen zur Altersarmut schwer ins Schlingern. Sie schilderte, dass sie nach 40 Jahren Arbeitsleben nur 654 Euro Rente verdienen wird. Vogel nimmt Merkel ins Kreuzverhör. Die Kanzlerin sagt, sie könne das Rentensystem „nicht sofort“ ändern. Die Putzfrau hakt nach: „Was heißt sofort? Dass Sie das irgendwann ändern wollen?“ Nein, will Merkel nicht. Sie verweist lediglich auf die Grundsicherung, die in ihrer Kanzlerschaft eingeführt wurde. Die Gebäudereinigerin verweist auf die Bürgerversicherung nach österreichischem Vorbild. Dort müssten „die Alten nicht am Bahnhof herumstreichen, um Flaschen zu sammeln“.

Im Netz wird Vogel als „U-Boot der Linkspartei“ bezeichnet. Sie ist aus Wut über Schröders Agenda-Politik aus der SPD aus und bei den Linken eingetreten. In der Partei sei sie aber nicht aktiv, sagt sie dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Stark engagiert ist sie hingegen bei der IG BAU in Gelsenkirchen. Und dort liegt der Schlüssel, um ihren resoluten Auftritt zu verstehen. Denn Petra Vogel ist dort Kollegin und beste Freundin von Susi Neumann, die vor gut einem Jahr zum Medienstar wurde. Ebenso resolut und prinzipienfest wie Vogel bei der Kanzlerin brachte Neumann den damaligen SPD-Chef Sigmar Gabriel in Bedrängnis. Ihr Satz „Warum bleibt ihr bei den Schwatten?“ wurde eine Zeitlang zum geflügelten Wort der SPD-Linken, die von Rot-Rot-Grün träumten.

In vielen Talkshows berichtete Neumann von „ihren Mädels“, die „alle in die Altersarmut rutschen“. Petra Vogel gehört zu diesen „Mädels“ und steht in punkto Schlagfertigkeit ihrer Freundin Susi in nichts nach.

Nach der ZDF-Sendung suchte die Kanzlerin noch das Gespräch mit Vogel. Die Gebäudereinigerin beschreibt die Begegnung so: „Ich wollte gar nicht mit ihr reden, aber sie stürmte auf mich zu, ergriff meine Hand und sagte, dass ich ihr Leid täte.“ Diesen Ausweg auf die persönliche Ebene aber gestand Vogel der Kanzlerin nicht zu. Es gehe nicht nur um sie, sondern um Hunderttausende, die für eine auskömmliche Rente zu wenig verdienen würden. „Nicht nur Putzfrauen, auch Taxifahrer oder Bäckereifachverkäufer. Für die müssen sie etwas tun.“ Merkel blieb weiter vage. Und die Gelsenkirchener Gewerkschafterinnen haben einen weiteren Fernsehabend, über den sie noch lange reden können.

Von Jan Sternberg/RND

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