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Deutschland / Welt Rasmussen fordert NATO zu entschlossenem Einsatz in Afghanistan auf
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Rasmussen fordert NATO zu entschlossenem Einsatz in Afghanistan auf
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15:52 03.08.2009
NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen Quelle: John Thys/AFP
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Das sagte er am Montag bei seinem ersten Auftritt als NATO-Chef in Brüssel. Die Beziehungen zu Russland bezeichnete Rasmussen als weiteren Schwerpunkt seiner Amtszeit.

Die NATO werde das afghanische Volk solange wie nötig unterstützen, sagte der frühere dänische Regierungschef. Er hoffe jedoch, dass die NATO im Laufe seiner vierjährigen Amtszeit den Afghanen soweit helfen könne, dass sie die Verantwortung für die Sicherheit im Land selbst übernehmen könnten. Dabei handle es sich jedoch nicht um eine „Abzugsstrategie“, sagte Rasmussen: „Die NATO bereitet nicht ihren Rückzug vor.“

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Für die Stabilisierung Afghanistans seien „internationale zivile und militärische Anstrengungen nötig“, sagte der neue NATO-Chef. Auch die Afghanen selbst seien stärker gefordert. Vor diesem Hintergrund hob Rasmussen vor allem die Bedeutung der Präsidentschaftswahlen in Afghanistan am 20. August hervor und sagte dem Land die Hilfe der Militärallianz zu.

Am Afghanistan-Einsatz sind rund 65.000 NATO-Soldaten beteiligt. Dieses Erbe übernimmt der 56-jährige Däne aus der Amtszeit seines Vorgängers, des Niederländers Jaap de Hoop Scheffer. Die Bundeswehr ist mit mehr als 4000 Soldaten drittgrößter Truppensteller am Hindukusch. In den vergangenen Wochen waren die Angriffe von Taliban-Kämpfern in dem Land rasant angestiegen. Experten befürchten im Vorfeld der Wahlen eine erneute Zunahme der Gewalt am Hindukusch.

Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner sprach sich für weitere Gespräche mit den Taliban aus. Mit denjenigen, die bereit seien, ihre Waffen niederzulegen und zu reden müsse verhandelt werden, sagte er der Tageszeitung „Le Figaro“. Die westlichen Verbündeten müssten ihre Haltung jedoch abstimmen, mahnte Kouchner. Nichts sei schlimmer, als wenn jeder für sich verhandele.

Am Montagmorgen wurden bei einem Anschlag in der afghanischen Stadt Herat nach Polizeiangaben mindestens zwölf Menschen getötet und 29 verletzt, als sich im Zentrum der Stadt im Berufsverkehr eine Explosion ereignete. Nach Polizeiangaben detonierte eine in einem Mülleimer versteckte Bombe am Straßenrand, als ein Polizeikonvoi vorbeifuhr.

Die Beziehungen zu Russland will Rasmussen verbessern. Besonders die Kooperation bei „gemeinsamen Interessen“ wie dem Kampf gegen den internationalen Terror solle intensiviert werden. Trotzdem sei er „kein Träumer“, sagte Rasmussen, es gebe auch grundlegende Themen, in denen Uneinigkeit herrsche. Russland müsse die „territoriale Integrität und die politische Freiheit seiner Nachbarn“ respektieren, sagte Rasmussen in Anspielung auf den Militärkonflikt zwischen Russland und Georgien im vergangenen Sommer. Dieser habe „sehr negative Auswirkungen“ auf die Beziehungen Russlands zur NATO gehabt.

AFP