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Deutschland / Welt Regierung will Angehörige der Opfer entschädigen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Regierung will Angehörige der Opfer entschädigen
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12:59 07.12.2009
Die Bundesregierung will Opfer des Luftangriffs entschädigen.
Die Bundesregierung will Opfer des Luftangriffs entschädigen. Quelle: ddp
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Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Montag in Berlin mitteilte, will die Bundesregierung die Angehörigen der Opfer des umstrittenen NATO-Luftschlags von Anfang September entschädigen. Die SPD begrüßte die Ankündigung, sieht aber noch weiteren Aufklärungsbedarf zu den Hintergründen des Vorfalls.

Der Sprecher erläuterte, das Ministerium werde mit dem Opfer-Anwalt Karim Popal in Verhandlungen eintreten. Es solle darum gehen, wie die Entschädigungen konkret umgesetzt werden können. Er bekräftigte, die Bundesregierung stehe zu ihrer Verantwortung. Bei dem Luftschlag waren über hundert Menschen ums Leben gekommen, darunter etliche Zivilisten.

Der NATO-Luftangriff auf zwei von Taliban gekaperte Tanklastwagen nahe Kundus wurde von einem Bundeswehr-Oberst angeordnet. Ein Untersuchungsausschuss soll die Umstände des Luftschlags prüfen - ebenso wie die Frage, wann welche Stellen der Bundesregierung und der Bundeswehr welche Informationen über den Angriff hatten. In der Kritik steht der Fliegerleitoffizier des deutschen Kommandeurs, Oberst Georg Klein, der den Angriff ausgelöst hat.

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles betonte, die jetzt angekündigte Entschädigung sei Folge der Neubewertung des Luftangriffes durch Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Dieser hatte in der vergangenen Woche im Bundestag den Luftschlag als „militärisch nicht angemessen“ bezeichnet und sich dabei auf zunächst geheimgehaltene Berichte gestützt. Zugleich stellte er sich hinter Oberst Klein.

Nahles sagte, die Erklärung Guttenbergs sei unzureichend, weil sie die genauen Umstände des Angriffbefehls nicht beleuchte. Zudem lasse auch die angekündigte Entschädigung Fragen offen: „Wir wollen endlich wissen, wer sind die Opfer.“

ddp