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16:44 04.05.2015
Von Stefan Koch
Carly Fiorina wagt den Sprung an die Spitze der amerikanischen Politik. Quelle: dpa
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Washington

In Managerkreisen gilt sie als Schwergewicht. Nun wagt Carly Fiorina auch den Sprung an die Spitze der amerikanischen Politik. Die einstige Chefin des Technologieriesen Hewlett-Packard (HP) gab am Montag in Kalifornien bekannt, als republikanische Kandidatin in das Rennen um das Weiße Haus einzusteigen.

Mit demonstrativem Selbstbewusstsein wirbt die 60-Jährige um die Gunst ihrer Parteifreunde: "Ich weiß, wie Wirtschaft funktioniert." Amerika müsse sich aus den selbstauferlegten Fesseln befreien, um nicht nur militärisch, sondern auch ökonomisch wieder an die Spitze der Nationen aufzurücken.

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Für die politische Außenseiterin spricht in den Augen der Konservativen vor allem ein Argument: Fiorina gilt als eine der schärfsten Kritikerinnen von Hillary Clinton. Vor einem Jahr sorgte die scharfzüngige Managerin für Furore, als sie die Spendenpraxis der Clinton-Stiftung ins Visier nahm: "Wie kann Hillary Clinton weltweit für Frauenrechte kämpfen, wenn ihre Stiftung Spendengelder von Staaten entgegennimmt, die die Frauen ins Mittelalter zurückstoßen wollen?"

Fiorina trifft einen wunden Punkt, der der demokratischen Kandidatin sehr zu schaffen macht. Die Verstrickungen zwischen ausländischen Geldgebern und politischen Entscheidungen während ihrer Zeit als Außenministerin erscheinen mittlerweile als ernsthafte Bedrohung der Clinton-Kampagne. Dass diese Vorwürfe nun ausgerechnet von einer weiblichen Gegenkandidatin formuliert werden, verleiht der "Grand Old Party" Auftrieb.

In den eigenen Parteikreisen wirbt Fiorina mit ihrem Lebensweg, der keineswegs geradlinig verlief. Sie studierte Philosophie und brach ein Jurastudium ab, bevor sie im Wirtschaftsleben ihre Erfüllung fand: Als Sekretärin einer kleinen Immobilienfirma startete sie ihre Berufslaufbahn - und als spätere HP-Geschäftsführerin galt sie zeitweise als einflussreichste Frau in den konservativen Kreisen Amerikas.

Nicht so gern lässt sich die Wirtschaftsexpertin dagegen auf ihre Schattenseiten ansprechen: Fiorina nominiert sich selbst, ohne je ein öffentliches Amt bekleidet zu haben. Sie stand dem damaligen Gouverneur Arnold Schwarzenegger und dem Senator John McCain beratend zur Seite, aber ihre eigene Kandidatur für einen Senatssitz 2010 scheiterte. Und auch in ihrer früheren Firma ist sie bis heute umstritten: Nach der Übernahme des Konkurrenten Compaq überwarf sie sich mit der Familie des Konzerngründers William Hewlett.

Die Fusion gilt als wenig erfolgreich, zumal 15 000 Stellen gestrichen werden mussten. Jeffrey Sonnenfeld, Wirtschaftsprofessor in Yale und regelmäßiger Kolumnist der New York Times, spricht gar von einer Schreckensherrschaft, die sie damals im Konzern ausgeübt habe: "Sie zerstörte die Hälfte des Investorenvermögens und gewährte sich selbst Bonuszahlungen in Millionenhöhe."

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