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Deutschland / Welt Rösler bietet Apothekern 25 Cent mehr pro Packung
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Rösler bietet Apothekern 25 Cent mehr pro Packung
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21:52 25.07.2012
Von Gabi Stief
Die deutschen Apotheker sollen im nächsten Jahr bis zu 190 Millionen Euro mehr bekommen. Quelle: dpa
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Berlin

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) vermisst dagegen eine nachvollziehbare Begründung für den höheren Vergütungsaufschlag.  „Was ein Apotheker verdient, bleibt bis heute im Dunkeln“, kritisierte GKV-Sprecherin Ann Marini.

Der Entwurf zur Änderung der Arzneimittelpreisverordnung aus dem Wirtschaftsministerium sieht eine Erhöhung um 25 Cent für jede verkaufte verschreibungspflichtige Medikamentenpackung vor. Damit würde der Zuschlag, den ein Apotheker bislang bekommt, von 8,10 auf 8,35 Euro steigen. Für die Versicherungen bedeutet dies jährliche Mehrausgaben von etwa 190 Millionen Euro; auf die gesetzlichen Kassen entfielen davon laut GKV rund 150 Millionen Euro.

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Zusätzlich zu diesem Festbetrag für verschreibungspflichtige Arzneimittel erhalten Apotheker einen Zuschlag von drei Prozent auf den Einkaufspreis der Medikamente. Dieser Betrag wird ebenfalls direkt mit den Krankenkassen abgerechnet. Ein dritter Posten sind die Zuzahlungen, die die Patienten in der Apotheke selbst zahlen – maximal zehn Euro. An den Zuzahlungsregeln soll sich nichts ändern.

Beim Apothekerverband setzt man auf Nachverhandlungen. „Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen“, erklärte ­ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf. Seit 2004 sei das Honorar unverändert. Der Verband hatte bei den Verhandlungen in den vergangenen Wochen mit Hinweis auf die Personalkostenentwicklung in den 21.000 Apotheken eine Erhöhung auf 9,14 Euro gefordert – das wäre ein Gesamtvolumen von 624 Millionen Euro.

Der GKV-Verband warnte die Politik davor, die Apotheker „doppelt profitieren“ zu lassen. Hintergrund ist ein monatelanger Streit über den Apothekenabschlag. Der Abschlag ist ein Rabatt, den die Apotheken seit 2007 den Krankenkassen für eine zügige Begleichung ihrer Rechnungen gewähren. Derzeit liegt er bei 2,05 Euro pro Packung. Sollte der Rabatt 2013 wieder auf 1,75 Euro gesenkt werden, drohten den Kassen weitere Mehrausgaben von 180 Millionen Euro, heißt es beim GKV-Verband. Die Gesundheitsexperten der Union sind nicht abgeneigt. Bereits seit Längerem betonen sie, dass der für 2011 und 2012 gesetzlich verordnete Rabatt von 2,05 Euro als Sparbeitrag gedacht gewesen sei. Die Sparauflagen blieben nicht folgenlos: 2011 sanken die Arzneimittelausgaben der GKV erstmals seit Jahren.

Matthias Koch 25.07.2012
25.07.2012