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Deutschland / Welt Rösler fordert Sparsamkeit von Kassen
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11:11 13.12.2009
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP)
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) Quelle: ddp (Archiv)
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Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) fordert Kassen und Versicherte zu mehr Kostenbewusstsein auf. Zwar könne das erwartete Minus im nächsten Jahr im Gesundheitsfonds schrumpfen, wenn die Wirtschaft wieder anspringe. „Trotzdem sind besonders die Krankenkassen aufgefordert, dafür zu sorgen, dass die Beiträge der Versicherten effizienter eingesetzt werden“, sagte Rösler dem Nachrichtenmagazin „Focus“.

Den gesetzlichen Kassen fehlen im kommenden Jahr vier Milliarden Euro, wie der Schätzerkreis der Gesetzlichen Krankenversicherung vor wenigen Tagen prognostiziert hatte. Auf viele gesetzlich Versicherte kommen damit womöglich Zusatzbeiträge über den Einheitsbeitrag von 14,9 Prozent hinaus zu. Rösler riet gesetzlich Versicherten, einen Kassenwechsel in Betracht zu ziehen, sollten sie mit ihrer Kasse nicht zufrieden sein. „Jeder sollte nach dem Preis-Leistungs-Verhältnis fragen: Bin ich so zufrieden mit meiner Kasse, dass ich trotz einer Erhöhung bleiben will, statt zu wechseln“, sagte der Minister.

Die Krankenkassen wollen offenbar bei den Hausärzten Geld einsparen. Die designierte Chefin der Barmer Ersatzkasse, Birgit Fischer, will die Pflicht der Kassen zum Abschluss von Hausarztverträgen „dringend“ abschaffen. „Wegen der höheren Vergütung der Ärzte kostet die Regelung die Krankenkassen viel Geld, bringt den Versicherten aber kaum zusätzlichen Nutzen“, sagte Fischer der „Rheinischen Post“ vom Wochenende. Hier sehe sie für die gesetzlichen Kassen ein Einsparpotenzial von mehr als einer Milliarde Euro jährlich, ohne dass die Versicherten einen Nachteil hätten. Wenn die Kassen mehr Vertragsfreiheit bekämen, ihre Versicherten durch das System zu lotsen, dann könnten die Kassen sie optimal versorgen; zudem ließen sich Kosten sparen, weil so beispielsweise Doppeluntersuchungen vermieden werden könnten.

Rösler forderte ferner mehr Kostentransparenz bei Behandlungen. „Es wäre hilfreich, wenn sie auf einer Rechnung sehen könnten, was teuer und was weniger kostspielig ist“, sagte der Minister.

ddp