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Deutschland / Welt Röttgen erreicht nach Schnee-Odyssee Gorleben
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Röttgen erreicht nach Schnee-Odyssee Gorleben
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12:28 02.12.2010
Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) neben seiner Sprecherin Christiane Schwarte im Zug. Quelle: dpa
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Atomkraftgegner kritisierten den ersten Besuch des Bundesumweltministers Norbert Röttgen (CDU) im niedersächsischen Gorleben besucht im Wendland scharf. Der Minister rede vom offenen Dialog mit den betroffenen Bürgern, komme aber erst, nachdem er die Wiederaufnahme der Erkundung des Salzstocks angeordnet habe.

In einer ganzseitigen Anzeige in mehreren niedersächsischen Zeitungen warb Röttgen am Donnerstag bei den Kritikern des möglichen Endlagers für einen offenen Dialog. Er wolle dazu einen Beauftragten einsetzen und Gelder auch für die Hinzuziehung von Experten zur Verfügung stellen, kündigte Röttgen in dem Text an. Außerdem startete das Bundesumweltministerium eine Befragung im Internet, um die Haltung der Bürger zu dem Endlager-Projekt zu erfahren.

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In der Anzeige schreibt Röttgen zum Jahrzehnte dauernden Gorleben-Streit: „Die Auseinandersetzungen haben teilweise tiefe Narben hinterlassen. Wir müssen über die Gräben hinweg miteinander ins Gespräch kommen und dafür sorgen, dass keine weiteren entstehen.“

Bei seiner ersten Reise nach Gorleben hatte das Winterchaos Röttgen am Donnerstag zunächst einen Strich durch seine Pläne gemacht. Schnee und Eis verhinderten den eigentlich geplanten Hubschrauberflug ins Wendland, der Minister reiste stattdessen per Bahn und Auto.

Atomkraftgegner sprachen mit Blick auf den Besuch von einer „Röttgen-Show“. Sie halten den Salzstock für nicht sicher genug, um hoch radioaktiven Atommüll in rund 870 Meter Tiefe sicher zu verschließen.

Der Minister wird bei seinem Besuch aber nicht mit den Gegnern des Projektes zusammengekommen. Einziger Termin außerhalb des Geländes ist ein Gespräch mit Andreas Graf von Bernstorff. Dieser will seine Grundstücke über dem Salzstock nicht verkaufen und ist im Streit um das mögliche Endlager aus der CDU ausgetreten.

Röttgen will als letztes Mittel Enteignungen zulassen, damit alle Bereiche des Salzstocks, die unter den Grundstücken liegen, erkundet werden können. Davon wäre auch Bernstorff betroffen, der in der Regierungszeit von Kanzler Helmut Kohl (CDU) Millionenangebote für einen Verkauf abgelehnt hatte.

dpa