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Deutschland / Welt Romney kämpft sich mühsam voran
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Romney kämpft sich mühsam voran
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15:37 21.03.2012
Von Stefan Koch
Mitt Romney: Überraschend klarer Sieg in Illinois. Quelle: dpa
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Washington

In der mühsamen Kandidatensuche der US-Republikaner für die Präsidentschaftswahl verfestigen sich die Trends: Mit einem überraschend klaren Sieg in dem bevölkerungsreichen Bundesstaat Illinois bekräftigte Mitt Romney in der Nacht zum Mittwoch seine Favoritenrolle. Der Multimillionär und frühere Gouverneur errang bei den Vorwahlen knapp 47 Prozent der parteiinternen Stimmen, während sein stärkster Gegner Rick Santorum auf 35 Prozent kam. Weit abgeschlagen rangieren die weiteren Bewerber Ron Paul und Newt Gingrich. Um von der "Grand Old Party" nominiert zu werden, benötigt ein Kandidat mindestens 1144 Delegiertenstimmen - keine leichte Aufgabe, so lange das Bewerberfeld weiterhin so zersplittert ist. Nach jüngsten Berechnungen von US-Medien kommt Romney bisher auf 528 Stimmen, Santorum auf 247.
Im Gegensatz zu früheren Wahlkämpfen wird dem Favoriten seine Rolle ungewöhnlich lange streitig gemacht. Sogar Paul und Gingrich wiederholten am Dienstagabend ihren Anspruch, bis zum eigentlichen Nominierungsparteitag Ende August im Rennen zu bleiben. Sie werfen Romney vor, sowohl in Wirtschaftsfragen als auch in der Gesellschaftspolitik zu oft seine Positionen gewechselt zu haben.

Diese Unzufriedenheit mit dem bekennenden Mormonen und früheren Gouverneur von Massachusetts ist weit verbreitet: Nach einer Erhebung des US-Senders CNN gaben 40 Prozent der Romney-Wähler in Illinois am Dienstag abend an, dass sie für den Favoriten gestimmt haben, obwohl sie sich eigentlich von ihm nicht gut vertreten fühlen. Gerade bei den Reizthemen wie Abtreibung oder Homosexuellen-Ehe vertrete er ihrer Meinung nach zu liberale Ansichten. Die Parteiführung macht dagegen eine ganz andere Rechnung auf: Ihrer Einschätzung nach hat Romney in der direkten Auseinandersetzung mit Amtsinhaber Barack Obama die größeren Chancen, da er als erfolgreicher Geschäftsmann Wirtschaftskompetenz besitze.

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Die nächsten Vorwahlen finden am Sonnabend in Louisiana statt. In dem konservativen Südstaat könnte Santorum laut jüngster Umfragen wieder einen Sieg davon tragen. Anfang April wählen die Republikaner in Wisconsin, Maryland und der Hauptstadt Washington.