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Deutschland / Welt Rote Kreuz zu Aleppo: "Nichts ist sicher"
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Rote Kreuz zu Aleppo: "Nichts ist sicher"
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08:38 16.08.2016
Dieses Foto zeigt die Zerstörungen in einer Straße in Aleppo nach einem Luftangriff im April 2016. Quelle: dpa/Archiv
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Kairo/Beirut

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz hat die Schlacht um die syrische Großstadt Aleppo als einen der verheerendsten urbanen Konflikte der Neuzeit bezeichnet. Neben der direkten Bedrohung durch die Kämpfe mangele es an grundlegender Versorgung etwa mit Wasser und Strom, sagte der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Peter Maurer. Dies sei ein dramatisches Risiko für bis zu zwei Millionen Menschen, die kaum Zugang zu medizinischer Grundversorgung hätten.

"Das Ausmaß des Leidens ist immens"

"Niemand und nichts ist sicher. Ständig gibt es Beschuss, mit Häusern, Schulen und Krankenhäusern in der Schusslinie. Menschen leben in einem Zustand der Angst. Kinder sind traumatisiert. Das Ausmaß des Leidens ist immens", sagte Maurer.

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Der Westen der Stadt wird von Regimetruppen gehalten, die von Russland unterstützt werden. Den Osten Aleppos kontrollieren Aufständische. Die Bundesregierung rief eindringlich zu einer Waffenruhe auf. Drei Stunden Feuerpause am Tag, wie jüngst von Russland angekündigt, seien zu wenig.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier konnte seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow bei einem Treffen am Montag in Jekaterinburg keine Zusage einer längeren Waffenruhe abringen. Nach Darstellung von Beobachtern in Aleppo werden auch die drei Stunden Waffenruhe nicht eingehalten.

Das IKRK bekräftigte Forderungen der Vereinten Nationen nach regelmäßigen Waffenruhen für humanitäre Hilfe. Helfer müssten dabei genug Zeit haben, um kriegszerstörte Versorgungssysteme zu reparieren. Alle Kriegsparteien müssten Hilfsorganisationen die Möglichkeit geben, Zivilisten überall in der geteilten Stadt zu erreichen.

dpa/RND/zys

Gunnar Menkens 19.08.2016
16.08.2016