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Deutschland / Welt Russland plant spektakulären Agentenaustausch mit den USA
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17:18 07.07.2010
Der russische Wissenschaftler Igor Sutjagin wurde 2004 wegen Hochverrats und Spionage für die USA zu einer Gefängnisstrafe von 15 Jahren verurteilt. Quelle: dpa
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Mit einem Agentenaustausch wie im Kalten Krieg will der Kreml laut Moskauer Medien mehrere mutmaßliche russische Spione freibekommen, die vor kurzem in den USA festgenommen wurden. Der russische Nuklearexperte Igor Sutjagin sei bereits aus einem Straflager in Nordrussland nach Moskau gebracht worden, um in den Westen ausgeflogen zu werden, sagte seine Anwältin Anna Stawizkaja am Mittwoch nach Angaben der Agentur Itar-Tass.

Der 45 Jahre alte Sutjagin solle vermutlich gemeinsam mit weiteren enttarnten Spionen eingetauscht werden, sagte Stawizkaja. Nach Ansicht des russischen Bürgerrechtlers Ernst Tscherny will Moskau möglichst viele der vor kurzem in den USA festgenommenen zehn Verdächtigen freibekommen. Auch der 2006 in Russland zu 13 Jahren Haft verurteilte Doppelagent Sergej Skripal solle ausgetauscht werden, berichteten Moskauer Medien. Für die Pläne lag aber zunächst keine offizielle Bestätigung vor.

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Sie habe von bis zu elf Verurteilten gehört, die in die USA oder nach Großbritannien gebracht werden sollen, sagte Stawizkaja. Wann die Übergabe stattfinde, sei unklar. „Mein Mandant hat dem Austausch nach London zugestimmt, weil sonst in Russland sein Leben zerstört gewesen wäre.“ Sutjagin war 2004 in einem vielbeachteten Prozess wegen Hochverrats zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Moskauer Gericht hatte es als erwiesen gesehen, dass er Informationen über die russische Raketenabwehr sowie über Atom-U-Boote an eine britische Agentur mit Kontakten zum US-Geheimdienst übergeben hatte.

Ende Juni hatte die US-Bundespolizei FBI in einem spektakulären Schlag gegen einen mutmaßlichen russischen Spionagering zehn Verdächtige festgenommen. Die Regierungen in Moskau und Washington bemühen sich um Schadensbegrenzung, damit die Affäre nicht zu einer Abkühlung der zuletzt verbesserten bilateralen Beziehungen führt. Vor dem Mauerfall von 1989 war ein Agentenaustausch zwischen Ost und West, oft auf der Glienicker Brücke im geteilten Berlin, nicht unüblich.

dpa