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Deutschland / Welt Russland sagt Teilnahme am Nato-Gipfel in Lissabon zu
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Russland sagt Teilnahme am Nato-Gipfel in Lissabon zu
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14:44 19.10.2010
Dreiergipfel im französischen Deauville: Bei dem Treffen mit Sarkozy und Merkel sagte Russlands Präsident Medwedew die Teilnahme am Nato-Gipfel zu. Quelle: dpa
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Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat seine Teilnahme am Nato-Gipfel in November in Lissabon zugesagt. „Ich werde teilnehmen, denn dies wird notwendige Kompromisse fördern“, sagte Medwedew zum Abschluss des Dreiergipfels am Dienstag im französischen Deauville.

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hatte Medwedew und Bundeskanzlerin Angela Merkel in das edle Seebad eingeladen, um beide Länder in die Vorbereitung anstehender internationaler Treffen einzubinden. Der Nato-Russland-Gipfel ist für den 20. November in Lissabon geplant.

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Zum Abschluss des Dreiergipfels in Deauville sprach sich Bundeskanzlerin Angela Merkel für einen zügigen Abschluss des Europa-Russland-Abkommens aus. „Wir brauchen ein modernes, zeitgemäßes Abkommen“, sagte Merkel. Es müsse schrittweise eine Sicherheitsarchitektur aufgebaut werden, um auf Konflikte reagieren zu können, fügte Merkel hinzu. Sie zeigte sich erfreut, dass Russland bereit sei, „seine Beziehungen zur Nato auf eine rationale Basis zu stellen“.

Zu einer Beteiligung am von der Nato in Europa geplanten Raketenabwehrsystem konnten Merkel und Sarkozy Russland vorerst nicht bewegen. Nach Gesprächen mit Merkel und Sarkozy im französischen Badeort Deauville sagte der russische Präsident Dmitri Medwedew am Dienstag: „Wir werden uns mit dieser Idee beschäftigen.“

Bevor es eine Antwort gebe, müssten aber weitere Fragen beantwortet werden - beispielsweise nach der Art der russischen Beteiligung. Medwedew kündigte allerdings an, zum Nato-Gipfel im November nach Lissabon zu reisen. „Ich werde teilnehmen, denn dies wird notwendige Kompromisse fördern“, sagte er.

„Das ist eine gute Botschaft, denn wir sollten die Beziehungen zwischen Russland und der Nato auf eine vernünftige Grundlage stellen“, kommentierte Merkel die Zusage. „Die Bedrohungen auf der Welt sind zum Teil unsere gemeinsamen Bedrohungen.“

Eine erneute Absage bekam Deutschland von Frankreich bei der atomaren Abrüstung. „Frankreich hat nicht die Absicht, auf die nukleare Abschreckung zu verzichten“, sagte Sarkozy. Er hoffe, dass dies nicht auf Enttäuschung stoße. „Aber man muss verstehen, wenn man mit Freunden spricht, gibt es Punkte, die stehen einfach fest.“

Es wäre nicht gut, wenn die Nato als einziges Verteidigungsbündnis auf Nuklearwaffen verzichtete, sagte Sarkozy. Er sei aber dennoch überzeugt, dass es beim Gipfel in Lissabon am 19. und 20. November zu einer Einigung über die neue Nato-Strategie kommen werde.

dpa