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Deutschland / Welt SPD-Kanzlerkandidat derzeit ohne Chance gegen Merkel
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12:29 28.09.2012
Momentan hätte Peer Steinbrück bei der Bundestagswahl wohl keine Chance gegen Angela Merkel. Das ergibt eine ZDF-Umfrage. Die Daten waren vor den Entwicklungen am Freitag erhoben worden. Quelle: Archivfoto: dpa
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Berlin

Nur 36 Prozent der Befragten wäre ein Herausforderer Steinbrück als Regierungschef lieber, wenn er bei der Bundestagswahl gegen Merkel anträte. 53 Prozent wären für die derzeitige Kanzlerin - das ergab ein ZDF-„Politbarometer“, das vor den Entwicklungen in der SPD-Kandidatenfrage vom Freitag erstellt worden war.

Gleichauf mit Steinbrück lag Steinmeier, bevor er auf eine Kandidatur verzichtete: 36 Prozent gegen 54 Prozent für Merkel. Am deutlichsten wäre Merkels Vorsprung (63 Prozent) gegenüber Gabriel. Nur 27 Prozent hätten den SPD-Chef lieber als Bundeskanzler gesehen. Die übrigen Befragten antworteten auf die Frage, wen sie lieber als Regierungschef sähen: „Weiß nicht.“ Am Freitag war bekanntgeworden, dass der frühere Bundesfinanzminister Steinbrück aller Voraussicht nach nächster SPD-Kanzlerkandidat wird. Gabriel erklärte sich zunächst nicht offiziell.

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Mit Peer Steinbrück wird die SPD nach Einschätzung mehrerer Parteienforscher den schwierigsten Herausforderer für Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Bundestagswahl 2013 aufstellen. „Steinbrück ist sicher der gefährlichste Kandidat, weil er die Wähler in der bürgerlichen Mitte ansprechen kann", sagte der Politologe Gero Neugebauer am Freitag zu Reuters. „Er kann am besten im Lager der Unions-Wähler wildern", pflichtet ihm auch der Politikwissenschaftler Gerd Langguth bei.

Tns-Emnid-Geschäftsführer Klaus-Peter Schöppner bezeichnete als am wichtigsten, „dass die SPD überhaupt die Elend-Kandidatendiskussion beendet hat". Nach Angaben aus Parteikreisen wird SPD-Chef Sigmar Gabriel den ehemaligen Finanzminister als Kanzlerkandidaten vorschlagen Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier wolle nicht antreten. Für den Nachmittag hat die SPD eine Pressekonferenz mit den drei Politikern angekündigt.

Die Parteien- und Meinungsforscher sehen auch Gefahren für einen Kandidaten Steinbrück. „Steinbrück gilt eigentlich nicht als Sozialdemokrat und mobilisiert sicher nicht die SPD-Linke", sagte Schöppner. „Die SPD kann zudem kaum einen Personenwahlkampf führen, während die CDU ganz auf die Person Merkel setzen wird", erklärte Neugebauer. Die SPD könne nur dann gewinnen, wenn sie mit sozialdemokratischen Themen im Bereich Arbeit/Rente oder in Fragen von Gerechtigkeit und Solidarität punkte.

dpa/Reuters