Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt SPD-Spitze wirbt für Ampel-Koalition mit FDP und Grünen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt SPD-Spitze wirbt für Ampel-Koalition mit FDP und Grünen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:58 16.09.2009
Will lieber die Ampel als Schwarz-Gelb: SPD-Chef Franz Müntefering.
Will lieber die Ampel als Schwarz-Gelb: SPD-Chef Franz Müntefering. Quelle: ddp
Anzeige

SPD-Parteichef Franz Müntefering hat der Fortsetzung einer Großen Koalition eine Absage erteilt und zugleich sein Werben um die FDP für eine Ampelkoalition mit Sozialdemokraten und Grünen verstärkt: „Ich bin überzeugt, dass die FDP weiß, dass sie in einer Koalition mit uns und den Grünen ein größeres Alleinstellungsmerkmal hätte, als wenn sie mit CDU und CSU unterwegs wäre“, sagte der SPD-Vorsitzende der „Augsburger Allgemeinen“ (Mittwochsausgabe). Auch SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier sprach sich klar für eine Ampelkoalition nach der Bundestagswahl aus. „Ich wünsche es mir“, sagte Steinmeier der „Frankfurter Rundschau“ (Mittwochausgabe).

Müntefering zeigte sich nach dem jüngsten TV-Duell zuversichtlich, dass bei der Bundestagwahl ein schwarz-gelbes Bündnis keine Mehrheit erhalten werde. „Das Duell hat schlagartig klar gemacht:
Schwarz-Gelb kann aufgehalten werden“, sagte Müntefering. In den vergangenen 14 Tagen sei der Vorsprung von Schwarz-Gelb „immer dünner geworden“, fügte er hinzu. „Ein, zwei Prozentpunkte hin und her und Schwarz-Gelb hat keine Mehrheit: Dann ist die Tür des Kanzleramtes für Frank-Walter Steinmeier offen.“

Müntefering stellte mögliche Gemeinsamkeiten für ein Ampelbündnis aus SPD, Grünen und FDP heraus: „In Sachen Bildungs-, Außen- und Innenpolitik, Menschenrechte und Datenschutz, kleine und mittlere Unternehmen könnten wir mit der FDP einiges bewegen.“ Eine Fortsetzung der Großen Koalition hingegen sei „aus demokratie-hygienischen Gründen auf Dauer nicht gut“.

Steinmeier sagte, er wisse zwar, dass FDP-Parteichef Guido Westerwelle ein Bündnis mit der Union bevorzuge. „Soll er doch“, sagte Steinmeier der „FR“. Westerwelle übersehe allerdings, dass es keine Mehrheit für Schwarz-Gelb geben werde. Zugleich attackierte der SPD-Spitzenkandidat in dem Interview die Freien Demokraten massiv. Er halte es für falsch, dass die FDP „zu den alten Regeln des entfesselten Raubtier-Kapitalismus und der ungezügelten Finanzmärkte zurückkehren“ wolle, sagte er. Steinmeier warf der FDP auch vor zu verhindern, „dass sich die Verursacher der Krise an den Kosten zur Bewältigung der Krise beteiligen müssen“.

afp