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Deutschland / Welt SPD und CDU greifen sich vor TV-Wahlduell scharf an
Nachrichten Politik Deutschland / Welt SPD und CDU greifen sich vor TV-Wahlduell scharf an
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14:42 13.09.2009
SPD-Kanzlerkandidat und Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Quelle: ddp
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Die Sendung von ARD, ZDF, RTL und Sat1 soll 90 Minuten dauern. Die Fragen stellen insgesamt vier Moderatoren aller beteiligten Sender ab 20.30 Uhr live. Die Parteichefs der Opposition sollen sich am Montagabend einen TV-Dreikampf liefern.

26 Prozent der Emnid-Umfrage für die „Bild am Sonntag“ (BamS) gaben an, sich das Duell „sicher“ ansehen zu wollen. Nur 23 Prozent wollten die Sendung demnach „sicher nicht“ verfolgen. Besonders die Rentner zeigten demnach großes Interesse. Bei den über 65-jährigen gaben 75 Prozent an, den Schlagabtausch „sicher“ oder „wahrscheinlich“ sehen zu wollen. Das letzte TV-Duell zwischen Merkel und dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte mehr als 20 Millionen Zuschauer.

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Vor dem Fernsehduell lieferten sich CDU und Union einen heftigen Schlagabtausch. Bei Steinmeiers Versprechen, vier Millionen Arbeitsplätze zu schaffen, handele es sich um „Märchenstunden“, sagte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla dem „Hamburger Abendblatt“ vom Samstag. Er bezeichnete das TV-Duell als einen der „Höhepunkte im Wahlkampf“. Beide würden aber nicht „mit Keulen aufeinander einschlagen.“ „Am Ende kommt es darauf an, wer überzeugender argumentiert und mehr Glaubwürdigkeit ausstrahlt“, sagte Pofalla.

Der ehemalige CSU-Vorsitzende und Kanzlerkandidat der Union 2002, Edmund Stoiber, warnte Merkel und Steinmeier davor, im TV-Duell zu viel Rücksicht aufeinander zu nehmen. „Wichtig für das Duell ist vor allem eines: Hier darf keine interne Diskussion der großen Koalition laufen, hier spricht die CDU-Kanzlerin mit ihrem SPD-Herausforderer“, sagte er der „BamS“. Stoiber bestritt 2002 zwei Kanzlerduelle gegen Schröder.

Steinmeier attackierte Amtsinhaberin Merkel persönlich. „Ehrgeiz zur Gestaltung ist bei ihr nicht festzustellen“, sagte er der „Saarbrücker Zeitung“ vom Samstag. Merkel habe das von ihm propagierte Ziel der Vollbeschäftigung als unredlich bezeichnet. Die Union habe aber zur Wahl nur ein „Notprogramm“ vorgelegt. Er hingegen habe seinen Deutschlandplan mit dem Ziel der Vollbeschäftigung bewusst im Wahlkampf präsentiert. „Wir müssen mit ehrgeizigen Zielen in das nächste Jahrzehnt gehen. Wer das nicht tut, bleibt hinter seinen Möglichkeiten zurück“.

Parteienforscher Karl-Rudolf Korte sagte „BamS“: „Das TV-Duell ist absolut wichtig, weil es bei den nicht festgelegten Wählern eine große Bedeutung für ihre Entscheidung hat.“ 40 Prozent wüssten noch nicht, welche Partei sie am 27. September wählen wollten.

Für FDP-Chef Guido Westerwelle ist der TV-Kampf ein „Platzpatronen-Duell“. Es widerspreche dem Geist des Grundgesetzes, wenn die Opposition, die für knapp 40 Prozent der Wähler spreche, bei der wichtigsten Fernsehsendung des Bundestagswahlkampfes nicht dabei sein dürfe. „Das ist inakzeptabel, undemokratisch und unfair. “ Eine Regierung müsse sich im Wahlkampf der Opposition stellen.