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Deutschland / Welt Schauspielerin verklagt Schmähfilm-Macher
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07:37 20.09.2012
"Innocence of Muslims" - Ein Film und die Folgen unbd vielen Protesten wie hier in Jakarta. Quelle: dpa
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Los Angeles

Eine Schauspielerin aus dem islamfeindlichen Schmähfilm hat den Filmemacher verklagt. Von Google forderte Cindy Lee Garcia, den Streifen aus dem Internet zu entfernen. Garcia gab am Mittwoch bei einem Gericht in Los Angeles an, sie sei über die mit dem Video verfolgten Absichten getäuscht worden.

Konkret beklagt sie eine Verletzung ihrer Privatsphäre, Betrug, Verleumdung und eine Absicht, ihr zu schaden, wie aus der Klageschrift hervorgeht.  "Dieser Film ist gemein und verwerflich", hieß es darin. Am Donnerstag wollen ihre Anwälte eine einstweilige Verfügung gegen den Film in Los Angeles erwirken.

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Garcia erhielt den Angaben zufolge Todesdrohungen, seit der 14-minütige Trailer des Schmähfilms im Internet Aufsehen erregte. Daher traue sie sich nicht mehr, ihre Enkelkinder zu besuchen, hieß es weiter. Überdies habe der Film "Gefühle der Scham, Demütigung und des Schmerzes" bei ihr ausgelöst.  

Den Angaben zufolge wusste Garcia nichts vom anti-islamischen Inhalt des Films mit dem Titel "The Innocence of Muslims". In den Seiten des Skripts, die sie erhalten habe, sei der Prophet Mohammed überdies nicht erwähnt worden. In der Klageschrift gibt sie an, der Film habe laut Ankündigung "von Abenteuern im alten Ägypten" handeln sollen. Die Darstellerin hatte sich offenbar aufgrund einer öffentlichen Ausschreibung für eine Rolle in dem Film beworben. 

Die USA befürchten Proteste als Vergeltung

Google weigerte sich zunächst, den Film aus dem Internet zu nehmen. Youtube, die Videoplattform des Konzerns, teilte mit, sie wolle Garcias Beschwerde nun prüfen. Zuvor hatte Youtube das Video in Libyen, Ägypten und Saudi-Arabien gesperrt. Der Anwalt des Filmemachers Nakoula Basseley Nakoula, einem 55 Jahre alten koptischen Christen, wollte zunächst keine Stellungnahme abgeben.

Die USA befürchten Proteste als Vergeltung für die in einem französischen Satiremagazin veröffentlichten Mohammed-Karikaturen. Die Zeichnungen seien "zutiefst beleidigend" für manche Gläubige und hätten das Potential, einen Aufruhr zu entzünden, sagte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Jay Carney, am Mittwochabend in Washington. 

Gegen das Magazin Charlie Hebdo wurde derweil eine Klage eingereicht. Charlie Hebdo hatte am Mittwoch eine Reihe von Zeichnungen gedruckt, die sich auf "The Innocence of Muslims" beziehen. Die französische Staatsanwaltschaft teilte mit, wenige Stunden nach der Veröffentlichung der Karikaturen sei eine Klage eingereicht worden, machte aber keine Angaben zum Kläger. Überdies leitete sie Ermittlungen ein, weil die Internetseite des Magazins offenbar gehackt worden war. Auch das deutsche Magazin Titanic will trotz der anhaltenden Protestwelle in der muslimischen Welt Ende September ebenfalls eine Islam-Ausgabe herausbringen.  

Aus Angst vor Vergeltung für die Veröffentlichung der Karikaturen kündigte die Regierung in Paris an, weltweit rund 20 Botschaften, Konsulate und Schulen zu schließen. Auch Deutschland will die Sicherheitsvorkehrungen angesichts der Proteste verstärken. 

In zahlreichen muslimisch geprägten Ländern in Afrika und Asien gab es am Mittwoch erneut massive Proteste. Wegen des Videos, in dem der Prophet Mohammed verunglimpft wird, gibt es in der muslimischen Welt seit mehr als einer Woche heftige Proteste. Mehr als 30 Menschen wurden seither getötet, darunter der US-Botschafter in Libyen. Im Sudan wurde auch an der deutschen Botschaft Feuer gelegt.

dpa/dapd

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