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Deutschland / Welt Schavan hält offenbar brisante Atom-Studie zurück
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Schavan hält offenbar brisante Atom-Studie zurück
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11:00 16.09.2009
Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU). Quelle: ddp
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Nach einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ regen in der Studie rund 100 Forscher den Neubau von Atomkraftwerken in Deutschland an. Außerdem würden sie dafür werben, an anderen Standorten als Gorleben nach atomaren Endlagern zu suchen. Schavan soll dem Blatt zufolge die Studie mit dem Titel „Konzept für ein integriertes Energieforschungsprogramm für Deutschland“ im Juni erhalten haben, aber erst im Oktober vorstellen wollen.

Die Union tritt wie die FDP für längere Laufzeiten von Atomkraftwerken ein. Seit Monaten versucht vor allem Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD), Stimmung gegen die Atompläne von Schwarz-Gelb zu machen.

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In einem Brief an die Autoren der Studie schreibt laut Zeitung das Präsidiumsmitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (Acatech), Ortwin Renn, die Präsidien der Akademien und das Bundesforschungsministerium hätten sich darauf verständigt, das Konzept erst nach der Bundestagswahl der Öffentlichkeit vorzustellen, da sonst die Gefahr bestände, dass es im Wahlkampf untergehe oder zerredet werde. Das Ministerium wollte sich zum Inhalt der Studie nicht äußern.

In der Studie plädierten die Forscher für neue Meiler: „Abhängig von politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen könnte sich Deutschland aber in der Zukunft wieder an der Entwicklung und dem Bau von neuen Kernkraftwerken beteiligen, um einen erheblichen Teil des Energiebedarfs mit Kernenergie zu decken.“ Trotz unbestreitbarer Risiken biete die Kernkraft „eine kostengünstige und konsensfähige Grundlast-Stromversorgung ohne CO2-Ausstoß“.

In der Endlagerfrage erklären die Autoren des Gutachtens: „Für ein Endlager in Tongestein liegen umfangreiche wissenschaftliche Erkenntnisse aus Frankreich, Belgien und der Schweiz vor.“ Unerwähnt bleibt im Gutachten allerdings eine Tatsache, die Schavans geringes Interesse an dieser Alternative erklären könnte: Die meisten Tonformationen liegen in Baden-Württemberg - Schavans politischer Heimat. Schavan hatte sich wiederholt für den Salzstock Gorleben als Endlager ausgesprochen.

ddp/afp