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Deutschland / Welt Schmidt wendet sich gegen Abschaffung kassenärztlicher Vereinigungen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Schmidt wendet sich gegen Abschaffung kassenärztlicher Vereinigungen
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18:01 26.03.2009
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Das sagte Schmidt am Donnerstag in Berlin. In der Debatte um die Ärztehonorare war auch die Forderung laut geworden, die KVen aufzulösen. Bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gab es am Donnerstag eine Krisensitzung.

„Ich halte nichts von einem staatlichen System“, sagte Schmidt. Sie bekannte sich allerdings ausdrücklich zu der Möglichkeit, dass anstelle der KVen die regionalen Hausärzteverbände die Verträge zur so genannten hausarztzentrierten Versorgung mit den Krankenkassen abschließen. Wo der Hausärzteverband mehr als 50 Prozent der Allgemeinmediziner vertrete, müssten die Kassen mit ihm bis Ende Juni die entsprechenden Vereinbarungen treffen, sagte sie nach einem Treffen mit dem Verband. Sie wandte sich damit auch gegen Forderungen aus den Ländern, das Gesetz zur hausarztzentrierten Versorgung wieder abzuschaffen.

Schmidt warnte die Ärtzeschaft auch davor, mit Praxisschließungen gegen die umstrittene Hausarztreform zu protestieren. Die internen Streitigkeiten um die Verteilung der Honorarmittel dürften nicht auf dem Rücken der Patienten ausgetragen werden.

Auf der außerordentlichen Vertreterversammlung der KBV in Berlin forderte ihr Vorstandschef Andreas Köhler, es müsse wieder mehr Gestaltungsspielräume für die ärztliche Selbstverwaltung geben. „Nur das Notwendigste darf gesetzlich verankert werden.“ Zum Honorarstreit sagte Köhler: „Die Ärzte und Psychotherapeuten brauchen eine verständliche, transparente und leistungsgerechte Vergütung. Transparenz setzt voraus, dass die extreme Pauschalierung einer sinnvollen Einzelleistungsvergütung weicht.“

Die Vertreterversammlung wies zugleich die Kritik des bayerischen KV-Chefs Axel Munte am Gebaren der KVen zurück. „Die Vertreterversammlung distanziert sich ausdrücklich von den Vorwürfen Herrn Muntes“, erklärte der Vorsitzende des Gremiums, Andreas Hellmann. „Sie stellt sich ohne Wenn und Aber hinter die niedergelassenen Ärzte. Diese versorgen jedes Jahr 500 Millionen Mal in Deutschland Patienten auf anerkannt hohem Niveau.“

Munte hatte der „Süddeutschen Zeitung“ vom Donnerstag gesagt: „Unsere Organisation ist nur noch ein Sinnbild des gierigen Arztes. “ Er fügte hinzu: „Durch die neue Honorarreform gewinnen die mittelmäßigen Ärzte auf Kosten der Spezialisten“, sagte Munte. Dies dürfe nicht sein. Er forderte, das System so umzubauen, „dass die besten Ärzte das meiste Geld bekommen“.

afp