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Deutschland / Welt Schröder wirbt für neuen Zivildienst
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Schröder wirbt für neuen Zivildienst
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07:45 27.10.2010
Von Gabi Stief
Kristina Schröder will jährlich 35 000 Freiwillige für den Dienst gewinnen.
Kristina Schröder will jährlich 35 000 Freiwillige für den Dienst gewinnen. Quelle: ap
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Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) kündigte am Dienstag an, dass der im Falle des Aussetzens der Wehrpflicht geplante Bundesfreiwilligendienst nicht mit den bereits bestehenden Angeboten der Länder konkurrieren soll. Stattdessen soll der neue vom Bund finanzierte Dienst das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) „stärken und sinnvoll ergänzen“. Nicht nur Sozialverbände hatten in jüngster Zeit vor dem Aufbau von Doppelstrukturen gewarnt und eine ersatzlose Streichung des Zivildiensts gefordert. Auch die CSU in Bayern macht sich für ein „Jahr für die Gemeinschaft“ stark, das gleichwertige Bedingungen für alle freiwilligen Dienste bietet.

Der neue Bundesfreiwilligendienst soll nach den Plänen der Ministerin von den Trägern, die bereits Freiwilligendienste anbieten, verwaltet und durchgeführt werden.

Der in der Regel einjährige Dienst soll für Frauen und Männer sowie alle Altersgruppen offenstehen. Er soll nicht nur wie der bisherige Zivildienst in sozialen Einrichtungen der Wohlfahrtsverbände und der Kommunen stattfinden. Als weitere Einsatzorte sind der Sport, die Bildung und die Kultur im Gespräch. Etwa 35 000 Freiwillige will das Ministerium jährlich für diesen Dienst gewinnen. Derzeit sind rund 90 000 Zivildienstleistende im Einsatz. Schröder kündigte an, die Bundesförderung für das FSJ und FÖJ zu erhöhen.

Die Pläne der Ministerin stoßen bei den Ländern seit Längerem auf Widerstand. Das SPD-geführte Rheinland-Pfalz will eine Stärkung der Freiwilligendienste und lehnt den freiwilligen Zivildienst unter der Regie des Bundes ab. Auch aus Bayern liegt dem Bundesrat ein Entschließungsantrag vor, Baden-Württemberg hat in einem Vermittlungsvorschlag empfohlen, zunächst den freiwilligen Zivildienst als Modell einzuführen, langfristig aber auf Freiwilligendienste zu setzen.