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Deutschland / Welt Schüsse in Kairo - Plünderungen - Hotels attackiert
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12:15 29.01.2011
Die Lage in Ägypten bleibt angespannt. Quelle: dpa
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Nach den blutigen Unruhen mit mindestens 25 Toten bleibt die Lage in Ägypten extrem angespannt. Augenzeugen zufolge waren am Samstagmorgen an mehreren Stellen in der Stadt Schüsse zu hören. Arabische Fernsehsender berichteten, Einheiten von Polizei und Armee hätten in der Nähe einer Gruppe von Demonstranten Schüsse abgegeben. Über mögliche Opfer lagen zunächst keine Angaben vor.

Auch die Plünderungen gingen weiter. Randalierer attackierten in der Nacht mehrere Hotels und richteten Zerstörungen an, darunter im bekannten Ramses Hotel. Nach Angaben von Anwohnern stürmten Plünderer an der Ausfallstraße zu den Pyramiden von Gizeh ein Hotel und verwüsteten mehrere nahe gelegene Geschäfte und ein Restaurant. In zwei Stadtvierteln seien aus Polizeiwachen Häftlinge befreit worden.

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An vielen Straßenkreuzungen und vor Behördengebäuden waren am Morgen gepanzerte Fahrzeuge und Panzer der Armee postiert. Die Polizei, die von wütenden Demonstranten am Freitag teils überrannt worden war, zeigte dagegen nur an wenigen Stellen Präsenz. Demonstranten berichteten, die Soldaten seien weniger aggressiv als die Polizei und hätten sie in der Nacht sogar mit Essen und Tee versorgt. Auf einem Panzer ließen sich Menschen am Samstag mit Soldaten fotografieren.

An den Straßen standen ausgebrannte und zerstörte Wracks von Polizeiwagen, Brandgeruch lag in der Luft. Der öffentliche Nahverkehr in Kairo war am Samstag stark eingeschränkt. Nur wenige Busse verkehrten. Wer nicht unbedingt aus dem Haus musste, blieb lieber daheim. Einige kleinere Geschäfte öffneten, größere Läden in der City blieben zunächst geschlossen.

Trotz Ausgangssperre hatten tausende Ägypter in der Nacht zum Samstag ihre Proteste gegen das Regime des seit 30 Jahren regierenden Präsidenten Husni Mubarak fortgesetzt. Dem 82-jährigen Machthaber war es in seiner ersten Fernsehansprache seit dem Beginn der Proteste nicht gelungen, die Menschen zu beruhigen. Für Samstag kündigte er die Bildung einer neuen Regierung an.

Zuvor waren am Freitag bei den bisher schwersten Straßenschlachten zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen, tausende wurden verletzt. Demonstranten zündeten die Zentrale der Nationaldemokratischen Partei (NDP) an. Viele Polizeiwachen wurden in Brand gesteckt und Polizeifahrzeuge demoliert. Das Militär, das am Abend in mehreren Städten aufgefahren war, wurde von vielen Demonstranten jubelnd begrüßt.
Die Menschen auf den Straßen forderten nach der Rede in der Nacht weiter den Rücktritt des Staatschefs. „Mubarak muss das Land verlassen“, skandierten Regierungsgegner auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo. Mubarak hatte in der Ansprache vor Chaos gewarnt und „neue Schritte hin zu mehr Demokratie“ sowie eine Verbesserung des Lebensstandards versprochen.

US-Präsident Barack Obama drängte Mubarak zur Umsetzung der Reformversprechen. „Ich habe ihm gesagt, dass er die Verantwortung hat, seinen Worten eine Bedeutung zu geben“, sagte Obama in Washington. Angesichts der Lage drohte das Weiße Haus Einschnitte bei der milliardenschweren Hilfe für Kairo an. Wie Obama forderten auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ein Ende der Gewalt und mahnte Meinungs- und Informationsfreiheit an.

Das Auswärtige Amt hat bislang keine konkreten Hinweise, dass deutsche Staatsbürger von den Unruhen unmittelbar betroffen sind. Die Botschaft in Kairo sei mit Hochdruck darum bemüht, sich ein klares Lagebild zu verschaffen, sagte eine Außenamtssprecherin am Morgen der Nachrichtenagentur dpa.

Der in Kairo unter Hausarrest stehende Friedensnobelpreisträger und frühere Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Mohammed el Baradei, sagte dem Sender Al-Dschasira, das harte Vorgehen der Sicherheitskräfte lasse „das brutale Gesicht dieses Regimes“ zum Vorschein kommen.

dpa

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