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Deutschland / Welt Schwerer Störfall in französischem Atomkraftwerk
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Schwerer Störfall in französischem Atomkraftwerk
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19:13 06.02.2012
Im Atomkraftwerk Cattenom hat es einen schweren Störfall gegeben. Quelle: dpa
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Paris/Saarbrücken

Im französischen Atomkraftwerk Cattenom nahe der deutschen Grenze ist es im Januar nach Angaben der Atomaufsicht zu einem Störfall gekommen. Die Aufsichtsbehörde ASN teilte am Montag in Paris mit, wegen der möglichen Folgen sei das Ereignis vom 18. Januar auf der Ebene 2 der internationalen Ines-Skala eingestuft worden. Damit war es deutlich schwerer als zunächst bekannt. Cattenom ist nur wenige Kilometer Luftlinie von den Grenzen zu Deutschland, Belgien und Luxemburg entfernt.

Der Zwischenfall wurde nach Angaben des saarländischen Umweltministeriums als Störfall gewertet, weil die Gefahr einer tiefgehenden Verschlechterung der Sicherheitseinrichtungen bestand. Die Leitung des Atommeilers habe im Januar gemeldet, dass ein bestimmtes Teil fehle, das einen Rückfluss in den Kühlleitungen des Lagerbeckens der Brennelemente der Blöcke 2 und 3 verhindere. Dadurch habe die Gefahr bestanden, dass das Lagerbecken ungewollt hätte leer laufen können. Die ASN habe den Meiler am 24. Januar kontrolliert und eine Zehn-Tages-Frist gesetzt. Der Fehler sei zwischen dem 1. und 3. Februar behoben worden.

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Die Ines-Bewertungsskala hat sieben Stufen plus Stufe null. Die Stufe 4 gilt als Atom-Unfall, die Stufe 7 ist ein katastrophaler Unfall. Die Klassifizierung als Störfall sei sehr selten und in Cattenom zuletzt 2004 aufgetreten, erklärte das Saar-Umweltministerium. Seit Bestehen der Atomanlage in Lothringen gab es in allen vier Blöcken rund 750 sicherheitsrelevante Ereignisse.

Bei einer Inspektion im vergangenen Jahr hatte die französische Atomaufsicht in Cattenom Mängel entdeckt, darunter Rost an Teilen, Defizite bei der Notstromversorgung und im Kühlungssystem sowie bei der Erdbebensicherheit. Die Nuklearbehörde hatte aber grünes Licht gegeben, dass die Anlage weiter am Netz bleiben kann.

dpa