Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Sicherheitskräfte sollen Chaos in Zypern verhindern
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Sicherheitskräfte sollen Chaos in Zypern verhindern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:27 28.03.2013
Foto: Um 12 Uhr Ortszeit sollen die Banken auf Zypern wieder öffnen. Die Möglichkeiten im Zahlungsverkehr sind aber stark eingeschränkt.
Um 12 Uhr Ortszeit sollen die Banken auf Zypern wieder öffnen. Die Möglichkeiten im Zahlungsverkehr sind aber stark eingeschränkt. Quelle: dpa
Anzeige
Nikosia

Bei der Öffnung der Banken auf Zypern von 12.00 Uhr Ortszeit an wollen die Sicherheitskräfte Chaos und Kriminalität verhindern. Die Behörden riefen die Bevölkerung zur Ruhe auf. Bis 18.00 Uhr könnten die Kunden Geld vom Konto abheben - allerdings mit gravierenden Einschränkungen, wie die Zentralbank Zyperns und das Finanzministerium in Nikosia mitteilten.

Pro Person und Konto sollen die Zyprer maximal 300 Euro pro Tag abheben dürfen - weniger als zunächst angenommen. Daueraufträge für die Zahlung von Löhnen über das Online-Bankingsystem werden wieder erlaubt. Damit sollen alle Angestellten ihre Gehälter erhalten.

Zudem sollen Einschränkungen des Zahlungsverkehrs den Abfluss von Kapital nach einer Öffnung der Banken verhindern. Der Beschluss der Zentralbank sieht Grenzen für Auslandsüberweisungen sowie Auflagen für Immobilienverkäufe und für die Abwicklung von Exportgeschäften vor. Wie lange die Beschränkungen gelten sollen, wurde nicht mitgeteilt.

Seit dem 16. März konnten sich die Menschen im griechischen Teil der Insel nur noch aus Geldautomaten mit Bargeld versorgen. Hintergrund war der Beschluss eines Rettungspakets, mit dem ein Zusammenbruch des Bankensystems und der Staatsfinanzen verhindert werden sollte. Die Sicherheitskräfte seien vor der Öffnung der Banken in Bereitschaft, sagte der zyprische Polizeisprecher Andreas Angelides. „Wir haben alle nötigen Maßnahmen getroffen, damit die Leute geschützt werden. Wir fordern alle Leute auf, auch selbst aufmerksamer zu sein, wenn sie die Bank verlassen“, sagte Angelides. Ein Sprecher des Genossenschaftsbanken rief die Menschen am Abend zur Ruhe auf: „Ich sage den Leuten: Keine Panik, keine Panik. Jeder wird das bekommen, was ihm zusteht.“

Im einzelnen sollen nun Auslandsüberweisungen und Zahlungen mit Kreditkarten im Ausland pro Person und Bank zunächst auf 5000 Euro beschränkt werden. Für Beträge bis zu 200.000 Euro ist eine Genehmigung der Zentralbank notwendig. Zyprer sollen zudem pro Auslandsreise maximal 1000 Euro Bargeld mit sich führen dürfen. Festgeldanlagen dürfen nicht vorzeitig gekündigt werden. Dies soll verhindern, dass Kapital in großem Umfang aus Zypern abgezogen wird.

dpa