Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Spezialeinheit befreit deutsche Mädchen im Jemen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Spezialeinheit befreit deutsche Mädchen im Jemen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:37 18.05.2010
Quelle: dpa
Anzeige

Die Befreiungsaktion fand in einem jemenitischen Dorf nahe der saudischen Grenze statt. Aus jemenitischen Stammeskreisen hieß es, über dem Bezirk Shadha in der Provinz Saada seien Apache-Hubschrauber der saudischen Sicherheitskräfte zu sehen gewesen. Der Sprecher des Innenministeriums in Riad, General Mansur al-Turki, sagte: „Wir haben die beiden Mädchen gerettet.“ Er betonte: „Dies war eine Rettungsaktion auf der Basis von Geheimdienstinformationen, keine Befreiungsaktion.“

Nach Angaben aus jemenitischen Stammeskreisen fanden die Saudis die Mädchen in einem Dorf im Bezirk Schadha in der Provinz Saada, nahe der saudischen Grenze. Über dem Gebiet seien Apache-Hubschrauber der saudischen Sicherheitskräfte gesichtet worden, hieß es.

Anzeige

Zum Schicksal der Eltern und des kleinen Bruders der Mädchen machte der Sprecher des Innenministeriums keine Angaben. Er sagte, dazu liefen derzeit noch Ermittlungen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle, der den saudischen Sicherheitskräften für ihren Einsatz dankte, erklärte, es werde weiterhin versucht, „endlich Klarheit auch in den Verbleib der übrigen Geiseln zu bringen“.

Die Familie aus Sachsen war am 12. Juni 2009 zusammen mit einem Briten, zwei deutschen Frauen und einer Südkoreanerin in der Provinz Saada, wo die Ausländer an einem Krankenhaus arbeiteten, entführt worden. Drei Tage später wurden die Leichen der beiden jungen Pflegehelferinnen aus Niedersachsen und der koreanischen Lehrerin entdeckt. Auch der Brite wird noch vermisst.

Die jemenitische Regierung hatte den schiitischen Houthi-Rebellen die Schuld für die Entführung gegeben. Die Führung der Rebellen hat jede Beteiligung an dem Verbrechen bestritten. Mehrere Wochen nach der Entführung waren Videoaufnahmen aufgetaucht, auf denen die drei Kinder zu sehen waren: Der kleine Junge, der auf den Aufnahmen erschöpft gewirkt haben soll, war damals rund ein Jahr alt. Seine beiden Schwestern waren zu diesem Zeitpunkt drei und fünf Jahre alt.

dpa