Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Ein Spitzenkoch zeigt Donald Trump die Stirn
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Ein Spitzenkoch zeigt Donald Trump die Stirn
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:12 06.08.2015
José Andrés ist in den USA ein Star. Der Schüler des berühmten Gastronoms Ferran Adrià, heute 46 Jahre alt, ging 1991 in die Vereinigten Staaten und machte mit seinem Washingtoner Restaurant Jaleo die spanische Tapaskultur jenseits des Atlantiks bekannt.
José Andrés ist in den USA ein Star. Der Schüler des berühmten Gastronoms Ferran Adrià, heute 46 Jahre alt, ging 1991 in die Vereinigten Staaten und machte mit seinem Washingtoner Restaurant Jaleo die spanische Tapaskultur jenseits des Atlantiks bekannt. Quelle: Leigh Vogel
Anzeige
Washington

Und Andrés hatte sich zuvor heftig über Trumps Auftreten beschwert, zwischen beiden herrscht ein heftiger Streit. Ein Vorgang, der Amerika jetzt in Wallung bringt.

Dabei sind Trumps teilweise cholerische Wutausbrüche tatsächlich bekannt. Seine Meinungen über die Immigration sind zuweilen drastisch und seine Freimütigkeit, mit der er diese Meinungen aller Welt mitteilt, machen ihn zu einer begehrten Figur in den Medien. Also, meint Trump, solle der Spitzenkoch bitte nicht den Beleidigten spielen. Und erst recht dürfe er nicht einseitig Verträge brechen, so wie Andrés das gerade getan habe. Trump fordert von ihm jetzt 10 Millionen US-Dollar.

José Andrés ist in den USA ein Star. Der Schüler des berühmten Gastronoms Ferran Adrià, heute 46 Jahre alt, ging 1991 in die Vereinigten Staaten und machte mit seinem Washingtoner Restaurant Jaleo die spanische Tapaskultur jenseits des Atlantiks bekannt. Vor knapp zwei Jahren nahm er die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an. Einer seiner Gäste, Barack Obama, nannte ihn „das Beispiel Nummer 1“ für erfolgreiche Integration, „wenn wir den Immigranten die Chance geben, in diesem Land Wurzeln zu schlagen“.

Andrés betreibt 18 Restaurants in den USA

Andrés, der zurzeit 18 Restaurants in den USA betreibt, nennt sich selbst einen „stolzen spanischen Immigranten“. Mehr als die Hälfte seiner Beschäftigten „und viele meiner Gäste“ seien hispanischen Ursprungs. Deswegen hat er sich so sehr über Donald Trump geärgert, den Unternehmer, der gerne Präsidenschaftskandidat werden würde und es besser als seine Konkurrenten versteht, Schlagzeilen zu machen.

Als er seine Bewerbung bekanntgab, holte er gegen das Nachbarland Mexiko aus: „Sie bringen Drogen, sie bringen Kriminalität, sie sind Vergewaltiger, und einige, nehme ich an, sind auch nette Leute.“

Der Satz hat ihm viele Feinde gemacht. José Andrés sollte eigentlich in einem Hotel, das Trump ab kommendem Jahr in Washington betreiben will, die Küche bewirtschaften, kündigte den Vertrag aber Anfang Juli auf, vor allem, weil sich Trump für seinen antimexikanischen Ausfall nicht entschuldigen mochte. Trump hat jetzt mit einer Schadenersatzklage gegen Andrés geantwortet. Seine Argumentation klingt eigenartig, ein Feingeist ist er noch nie gewesen. „Ich werde eine große, große Mauer an unserer Südgrenze bauen, und ich werde Mexiko dafür bezahlen lassen“, sagt Trump, „merkt euch meine Worte“.

Je mehr Prominente gegen dieses ungehobelte Auftreten protestieren, desto schlechter dürften Trumps Chancen bei den US-Republikanern werden.

Von Martin Dahms

Mehr zum Thema
Panorama Drogenboss greift US-Milliardär an - "El Chapo" bedroht Donald Trump auf Twitter

US-Milliardär Donald Trump nutzt die Flucht von Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán, um Wahlkampf zu machen. Über Twitter droht nun ein Nutzer unter dem Namen von "El Chapo" dem Präsidentschaftskandidaten mit Mord. Der Urheber der Nachrichten soll aus Guzmáns direktem Umfeld stammen.

15.07.2015

Sie machen momentan beide ziemlich negative Schlagzeilen: Schauspielstar Bill Cosby (77) und Multimilliardär Donald Trump (69). Ihre Sterne auf dem Walk of Fame in Hollywood dürfen sie aber trotzdem behalten.

09.07.2015
Deutschland / Welt Milliardär kandidiert für US-Präsidentenamt - Trump will Mauern und Golfplätze bauen

"Ich habe China immer geschlagen": Mit erstaunlichen Aussagen über sich und die Welt hat Donald Trump seine Kandidatur um das Amt des US-Präsidenten bei der Wahl 2016 bekanntgegeben. Er meint es offenbar ernst.

17.06.2015
09.08.2015
05.08.2015