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Deutschland / Welt Staaten ringen um die Zukunft der Erde
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07:59 07.12.2009
Von Montag, 7. Dezember, bis zum 18. Dezember 2009 findet in Kopenhagen die UN-Klimakonferenz statt.
Von Montag, 7. Dezember, bis zum 18. Dezember 2009 findet in Kopenhagen die UN-Klimakonferenz statt. Quelle: ddp
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Dies soll den Treibhauseffekt mindern, der nach Ansicht von Wissenschaftlern auf lange Sicht das Überleben der Menschheit auf dem Planeten in Frage stellen würde.

Strittig ist insbesondere, wie man den bisherigen Entwicklungsländern helfen kann, zu mehr Wohlstand zu finden, ohne dabei den Kohlendioxidausstoß im gleichen Maß zu steigern, wie es vor ihnen die Industriestaaten getan haben.

Der Chef des UN-Umweltprogramms, der Deutsche Achim Steiner, verlangte kurz vor Beginn des Treffens klare Finanzzusagen der Industriestaaten an ärmere Länder: „Wer von den Entwicklungsländern Emissionsminderungen verlangt, der muss auch dafür sorgen, dass die notwendigen Mittel zur Verfügung stehen“, sagte Steiner. Noch könne der Gipfel an diesem Punkt scheitern.

Der Klimaexperte des Öko-Instituts in Berlin, Felix Matthes, bezifferte die langfristig notwendigen Finanztransfers für Entwicklungsländer auf 100 bis 150 Milliarden Dollar pro Jahr.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) mahnte am Wochenende, das sogenannte Zwei-Grad-Ziel müsse unbedingt erreicht werden. Danach soll die Erderwärmung auf zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter begrenzt werden. Schon zu diesem auf den ersten Blick bescheiden wirkenden Ziel wären weitreichende Zusagen zur Minderung des Kohlendioxid-Ausstoßes nötig. Mit Blick auf Kritiker, die einen Zusammenhang zwischen Kohlendioxidausstoß und Erderwärmung in Zweifel ziehen, sagte Röttgen: „Wenn wir so weitermachen wie bisher, wäre ein Leben auf unserem Planeten, wie wir es bisher kennen, nicht mehr möglich.“ Dann drohten „schlimme Naturkatastrophen“ wie das Schmelzen der Gletscher, Wüstenbildung und Dürreperioden.

Ähnlich äußerte sich der neue SPD-Bundesvorsitzende und frühere Bundesumweltminister Sigmar Gabriel: „Es wäre ein gigantisches Versagen der Staats- und Regierungschefs, wenn Kopenhagen kein Erfolg wird.“

Mehr als 50.000 Briten und Iren demonstrierten am Wochenende für ein weltweites Abkommen beim Kopenhagener Gipfel. In London, Dublin, Belfast und Glasgow folgten die Menschen am Samstag einem Aufruf des Bündnisses „Stop Climate Chaos“. Die Demonstranten forderten die Regierungschefs auf Plakaten auf, „Handelt jetzt“. „Eine weitere Möglichkeit wie diese wird es wohl nicht so schnell geben“, sagte der Klimaexperte der Umweltorganisation WWF, Keith Allott.

von Christiane Jacke