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Deutschland / Welt Staatsmedien machen Uiguren für Unruhen in Xinjiang verantwortlich
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Staatsmedien machen Uiguren für Unruhen in Xinjiang verantwortlich
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16:40 19.07.2009
Uiguren protestieren gegen Unterdrückung in Berlin.
Uiguren protestieren gegen Unterdrückung in Berlin. Quelle: Axel Schmidt/ddp
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Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete am Sonntag, die „Aufrührer“ hätten sich im Vorfeld des 5. Juli mit Waffen ausgerüstet. Dabei seien sie von der im Exil in den USA lebenden Uiguren-Anführerin Rebiya Kadeer manipuliert worden.

Die „Aufrührer“ hätten in mehr als 50 Gebieten rund um die Provinzhauptstadt Urumqi Gewalttaten angezettelt und vorher Waffen gehortet, hieß es in dem Bericht. Messer seien zwei bis drei Tage vor den blutigen Unruhen heißbegehrte Produkte gewesen, schrieb Xinhua unter Berufung auf lokale Ladenbesitzer. Kadeer wies jede Verantwortung für die Unruhen zurück.

Am Samstag hatten die chinesischen Behörden erstmals konkrete Zahlen genannt, wieviele Menschen bei dem Polizeieinsatz am 5. Juli in Urumqi ums Leben gekommen seien. Es habe insgesamt zwölf getötete „Aufrührer“ gegeben, berichtete Xinhua unter Berufung auf die Regionalregierung in Urumqi. Drei „Aufrührer“ kamen demnach direkt beim Polizeieinsatz ums Leben, neun weitere erlagen später ihren Verletzungen. Über die ethnische Zugehörigkeit gab es keine Informationen. Nach offizieller Darstellung wurden bei den schwersten Unruhen zwischen Uiguren und Han-Chinesen seit Jahrzehnten insgesamt 192 Menschen getötet. Exil-Uiguren sprechen sogar von deutlich mehr Toten in der ganzen Provinz.

Die Uiguren wehren sich gegen die seit Jahrzehnten betriebene Ansiedlung von Han-Chinesen in Xinjiang. Nach dem Gewaltausbruch vor zwei Wochen blieb die Lage angespannt. Am Freitag erhielten die Uiguren erstmals wieder die Möglichkeit, dem muslimischen Freitagsgebet beizuwohnen, allerdings unter strengen Kontrollen.

AFP