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Deutschland / Welt Störung an Castor in Gorleben noch nicht behoben
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Störung an Castor in Gorleben noch nicht behoben
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11:38 02.11.2009
Im Zwischenlager Gorleben befinden sich insgesamt 86 Castor-Behälter. Quelle: lni/Archiv
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„Wir wissen jetzt, dass es am Druckschalter liegt“, sagte der Sprecher der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS), Jürgen Auer, am Montag. Um den Fehler zu beheben, seien aber weitere Untersuchungen nötig. Diese könnten einige Tage in Anspruch nehmen. Gefahren für Menschen oder die Umwelt bestünden nicht.

Die GNS, die das Zwischenlager betreibt, und das niedersächsische Umweltministerium hatten am Sonntag über den Zwischenfall informiert. Danach war durch einen elektrischen Defekt im Verbindungskabel zwischen dem Behälter und dem Behälterüberwachungssystem des Lagers am Samstag eine Fehlermeldung ausgelöst worden. Obwohl die defekten Teile ausgetauscht wurden, trat die Fehlermeldung am Sonntagmorgen erneut auf.

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Nach Auers Angaben betrifft der Defekt den Castorbehälter mit der Seriennummer 69, der Ende 2005 in das Zwischenlager gebracht wurde. Er enthält 28 Edelstahlzylinder mit in Glas eingeschmolzenen hoch radioaktiven Abfällen aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague. Im Zwischenlager Gorleben befinden sich insgesamt 86 Castor-Behälter mit Glaskokillen sowie fünf Behälter mit abgebrannten Brennelementen aus Atomkraftwerken.

Atomkraftgegner sehen in dem Zwischenfall einen weiteren Hinweis auf die Störanfälligkeit von Atomanlagen. Die Technik in der Gorlebener Castor-Halle sei im Vergleich zu Atomkraftwerken „wenig komplex“, sagte der Sprecher der Initiative „Ausgestrahlt“, Jochen Stay. „Doch wenn es noch nicht einmal in Gorleben gelingt, Ursachen von Störfällen kurzfristig zu ermitteln und zu beseitigen, bekommen wir eine Ahnung davon, wie es in den Atomkraftwerken zugeht.“

Die Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Lüchow-Dannenberg warnte davor, den Defekt und seine möglichen Folgen herunterzuspielen. „Auch wenn keine zusätzliche Radioaktivität freigesetzt worden wurde, beim Hantieren, bei der Reparatur und Prüfung des Behälters ist zumindest das Personal zusätzlicher Strahlung exponiert“, sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.

ddp