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Deutschland / Welt Studenten weiten Proteste auf 50 Hochschulen aus
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Studenten weiten Proteste auf 50 Hochschulen aus
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21:59 13.11.2009
Besetzter Audimax an der Uni Duisburg. Quelle: ddp
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Inhaltliche Unterstützung bekamen die Studenten von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Es gebe „unbestritten an etlichen Stellen Nachbesserungsbedarf bei der Studienreform“, sagte HRK-Präsidentin Margret Wintermantel. Sie betonte zugleich, es gebe keinen Anlass, die Bologna-Reform abzulehnen, und forderte die Studenten zu gemeinsamem Handeln auf. Der fzs setzte dem entgegen, die HRK sei „völlig weltfremd“.

Wintermantel sagte, es sei „richtig, dass die Studierenden sich zu Wort melden und deutlich machen, dass ihre Studienbedingungen besser werden müssen und mehr für ihre soziale Sicherung getan werden muss“. So werde mehr Lehrpersonal gebraucht, um die Qualität des Studiums zu halten und zu verbessern. Die Sympathien seien auf der Seite der Protestierenden, solange sie „vernünftige Formen des Protestes“ wählten und sachlich argumentierten. Frontalangriffe auf Professoren, ideologisch gefärbte Thesen und der Vorwurf der Ökonomisierung der Hochschulen seien unglaubwürdig, sagte Wintermantel. Sie verwies darauf, dass die Politik „gerade in den vergangenen Monaten wichtige Voraussetzungen zugunsten von Verbesserungen der Studienbedingungen geschaffen“ habe.

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fzs-Vorstandsmitglied Anja Godow bemängelte, es stünden zwar mehr finanzielle Mittel für die Lehre zur Verfügung. Diese gingen aber auf Kosten der Studenten. Die Einladung zum Dialog und gemeinsamen Handeln hätten die Studenten schon häufig bekommen, sagte Godow. Tatsächlich würden die Professoren dann aber doch allein entscheiden. Sie monierte zudem, die Bologna-Reform werde von studentischer Seite nicht abgelehnt, die Umsetzung sei aber „nicht ansatzweise“ gelungen.

Unterdessen setzten die Studenten ihre Proteste fort. In Aachen schlossen sich Studenten mit der Besetzung eines Hörsaals den Aktionen an. An den Hochschulen unter anderem in Essen, Duisburg sowie in Mönchengladbach gingen die Besetzungen weiter. In Bielefeld haben die Studenten den größten Hörsaal der Universität mittlerweile verlassen. Auch die meist am Mittwoch begonnenen Aktionen an der Humboldt-Universität in Berlin, an den Universitäten und Fachhochschulen in Mainz, Landau, München, Coburg und Würzburg dauerten am Freitag an. Studenten der Universität Hamburg kündigten indessen an, ihre Streiks in den nächsten Tagen fortzusetzen.

In Hannover hatten bereits Anfang Oktober rund 250 Studenten einige Tage den Campus der Fachhochschule besetzt. Eine Besetzung der Universität sei derzeit nicht geplant, sagte Said Naji vom „B-Team“, das in Hannover die Proteste organisiert hatte. Es gebe aber Gerüchte, dass auch in Hannover demnächst Streiks beginnen könnten. Die Proteste sollen am Dienstag in einen bundesweiten Bildungsstreik mit Demonstrationen und Ansprachen münden. In Hannover werden zu zwei verschiedenen Demonstrationen in der Innenstadt insgesamt etwa 5000 Teilnehmer erwartet.

Von Yasmin Schulten und Hannah Suppa