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Deutschland / Welt Hohe Mieten stürzen Familien in Armut
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Hohe Mieten stürzen Familien in Armut
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14:20 22.07.2013
Die hohen Mietkosten belasten das Budget vieler Familien in Deutschland.
Die hohen Mietkosten belasten das Budget vieler Familien in Deutschland. Quelle: dpa
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Gütersloh

Niedersachsen und Bremen landeten bei dem Vergleich der 100 größten Städte im Mittelfeld, wie die Bertelsmann Stiftung nach der Untersuchung am Montag mitteilte. Im Osten und auch im Süden Deutschlands rutschten in einigen Städten mehr arme Familien nach Abzug der Miete unter den Hartz-Regelsatz einer Familie von 1169 Euro, sagte eine Sprecherin der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh. Auch das Angebot bezahlbarer, familiengeeigneter Wohnungen schwankt laut Studie. Berechnet wurde dies für eine vierköpfige Familie mit weniger als 60 Prozent des regionalen Durchschnittseinkommens, die ein Kind bis sieben Jahre sowie ein Kind zwischen sieben und 14 Jahren hat. Als familiengeeignete Wohnung wurden als Mindestanforderung 75 Quadratmeter.

In Osnabrück müssen einkommensschwache Familien nach Abzug der Miete im Durchschnitt mit 8 Prozent weniger auskommen, in Bremerhaven mit 5 Prozent. Dagegen haben Betroffene in Hildesheim 18 Prozent mehr als den Regelsatz zur Verfügung, in Hannover sind es 10 Prozent. Auch das Angebot bezahlbarer, familiengeeigneter Wohnungen schwankt. Mit einem Anteil von 43 Prozent sticht Hildesheim dabei bundesweit hervor. In Bremen und Braunschweig liegt der Anteil bei 14 Prozent. Noch wesentlich schwieriger, eine entsprechende Wohnung zu finden, ist es für arme Familien in Oldenburg (5 Prozent) und Wolfsburg (9 Prozent).

Im Fazit der Studie heißt es, arme Familien hätten drei Möglichkeiten, um familiengerecht beziehungsweise im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten zu wohnen: Einen höheren Anteil des Einkommens aufwenden, in kleineren Wohnungen leben oder in günstigere Quartiere der Stadt umzuziehen. Während durchschnittlich etwa ein Drittel für Miete ausgegeben werde, sei es bei einkommensschwachen Familien etwa die Hälfte.

Für die Untersuchung wurde eine vierköpfige Familie mit einem Kind bis 7 Jahren und einem Kind zwischen 7 und 14 Jahren zu Grunde gelegt. Als familiengeeignete Wohnung wurden als Mindestanforderung 75 Quadratmeter und drei Zimmer definiert. Die Armutsschwelle für Familien wurde für jede Stadt auf Basis des amtlichen Mikrozensus 2011 errechnet und regionalisiert.

dpa/frs

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