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Deutschland / Welt Suu Kyi begeht 65. Geburtstag unter Hausarrest
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11:15 19.06.2010
Quelle: afp
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Zum 65. Geburtstag der birmanischen Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi haben rund 400 Regimegegner in Rangun für die Freilassung der Friedensnobelpreisträgerin demonstriert. „Lang lebe die Führerin des Volkes“ und „Lasst Aung San Suu Kyi frei“, riefen die Anhänger der Nationalen Liga für Demokratie (NLD) am Sonnabend. Suu Kyi verbrachte auch ihren Geburtstag unter Hausarrest, wie 14 der vergangenen 20 Jahre.

Aus aller Welt wurde das Militärregime in Birma aufgefordert, die Nobelpreisträgerin freizulassen. Zuletzt war sie zu weiteren 18 Monaten Hausarrest verurteilt worden, weil ein US-Bürger zu ihrem Haus vorgedrungen war. Sechs Friedensnobelpreisträgerinnen, unter ihnen Shirin Ebadi aus dem Iran und Betty Williams aus Nordirland, appellierten an die internationale Gemeinschaft, den Druck auf das Regime in Birma zu erhöhen.

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Auch Washington und London forderten nachdrücklich die Freilassung von Suu Kyi. US-Präsident Barack Obama gratulierte der Nobelpreisträgerin zu ihrem Ehrentag und forderte von der in dem südostasiatischen Land herrschenden Militärjunta die sofortige und bedingungslose Freilassung Suu Kyis sowie aller anderen politischen Gefangenen. Der britische Außenminister William Hague schloss sich diesen Forderungen an.

„Ihre Entschlossenheit, ihr Mut und persönliches Opfer bei ihrer Arbeit für Menschenrechte und demokratischen Wandel in Birma sind eine Inspiration für alle von uns, die sich für Freiheit und Gerechtigkeit einsetzen“, erklärte Obama.

Obama appellierte an die Generäle, den Aufbau eines „stabileren, blühenden Birmas, in dem die Rechte all seiner Bürger respektiert werden“ zuzulassen. Er ermutige alle Beteiligten, „in einen echten Dialog für eine nationale Aussöhnung zu treten, die ein wichtiger Schritt für einen positiveren Kurs Birmas in die Zukunft ist“.

Der Hausarrest widerspreche den internationalen Menschenrechte und werfe „einen langen Schatten auf die bevorstehenden Wahlen“, sagte der britische Außenminister Hague. Der für Südostasien zuständige britische Staatssekretärr Jeremy Browne betonte, dass Suu Kyi eine von gegenwärtig rund 2100 politischen Gefangenen in Birma sei. „Dies ist mehr als nur eine menschliche Tragödie“, sagte er nach Angaben des Senders CNN. „Dies ist eine tragische Verschwendung von Talent, Vision und Führungskraft in einem Land, das alle drei Dinge dringend benötigt.“

dpa