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Deutschland / Welt Taliban rufen zum Boykott des zweiten Wahlgangs auf
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10:28 24.10.2009
Hamid Karsai
Hamid Karsai Quelle: afp (Archiv)
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Niemand dürfe an diesem „amerikanischen Prozess“ teilnehmen, hieß es am Samstag in einer der Nachrichtenagentur AFP vorliegenden Mitteilung der islamischen Extremisten. Die Mudschaheddin seien darauf vorbereitet, die Wahl zu bekämpfen. Wer dennoch an dem Urnengang teilnehme und verletzt werde, sei für „seine Verluste“ selbst verantwortlich. Die Taliban hatten bereits vor dem ersten Wahlgang am 20. August zum Boykott aufgefordert, was unter anderem zur geringen Wahlbeteiligung von knapp 40 Prozent beigetragen haben soll.

Die Afghanen sollen am 7. November erneut an die Urnen gehen, nachdem mehr als eine Million Stimmen für den Amtsinhaber Hamid Karsai für ungültig erklärt worden waren. Karsai verfehlte damit mit 49 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit und muss sich in seiner Stichwahl seinem Herausforderer Abdullah Abdullah stellen. Wegen des nahenden Winters und der Anschlagsgefahr könnten jedoch noch weniger Afghanen zur Wahl gehen als im August.

Abdullah schließt Zusammenarbeit mit Karsai bei Wahlniederlage aus

Der Herausforderer des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai, Abdullah Abdullah, will sich bei einem Sieg Karsais nicht an der Regierung beteiligen. Er habe Karsais Kabinett vor dreieinhalb Jahren verlassen und seither nicht das Bedürfnis verspürt, ihm wieder anzugehören, sagte der frühere Außenminister in einem Interview mit dem US-Nachrichtensender CNN, das am Freitag (Ortszeit) vorab in Auszügen veröffentlicht wurde. Sollte Karsai die Stichwahl am 7. November in einem „transparenten und glaubwürdigen Prozess“ gewinnen, werde er aber der Erste sein, der ihm gratuliert, sagte Abdullah.

Der US-Sondergesandte für Afghanistan und Pakistan, Richard Holbrooke, rechnet bei dem zweiten Wahlgang mit weniger Problemen. Dies sagte er am Freitag vor Journalisten. Die erste Runde am 20. August war von massivem Betrug überschattet. Nach dem Zwischenergebnis hatte Karsai die absolute Mehrheit errungen, wegen des Betrugs wurden aber mehr als eine Million Stimmen für ungültig erklärt. Dadurch kam der Amtsinhaber laut offiziellem Endergebnis nur noch auf gut 49 Prozent.

afp

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