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Deutschland / Welt Taliban verüben gezielte Morde an Zivilisten
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Taliban verüben gezielte Morde an Zivilisten
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13:53 08.08.2012
Bei einem Bombenanschlag in Ostafghanistan wurden am Mittwoch drei Isaf-Soldaten getötet. Quelle: dpa
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Kabul

Gezielte Morde an regierungstreuen Zivilisten durch Aufständische wie die Taliban haben in Afghanistan dramatisch zugenommen. Bei 237 solcher Attentate seien in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 255 Tote und 101 Verletzte zu beklagen gewesen, teilte die Mission der Vereinten Nationen in Afghanistan (Unama) am Mittwoch in Kabul mit. Das seien 53 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die veränderte Taktik – weg von Gefechten, hin zu gezielten Tötungen von Zivilisten - werteten die Vereinten Nationen als mögliches Anzeichen dafür, dass die Aufständischen geschwächt sein könnten.

Insgesamt ging die Zahl der zivilen Opfer im Afghanistan-Krieg erstmals seit fünf Jahren zurück. Im ersten Halbjahr 2012 registrierte Unama 1145 getötete und 1954 verwundete Zivilisten, 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Unter diesen 3099 Toten und Verletzten seien 925 Frauen und Kinder gewesen, hieß es im Unama-Halbjahresbericht zu zivilen Opfern. Für 80 Prozent der Opfer machten die UN Aufständische verantwortlich, für 10 Prozent die einheimischen und ausländischen Sicherheitskräfte. Die verbleibenden 10 Prozent konnten keiner Konfliktpartei zugeordnet werden.

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Die Aufständischen verstärkten auch ihre Angriffe auf Bildungseinrichtungen. Unama zählte im ersten Halbjahr 34 Angriffe auf Schulen und Lehrer – eine Verdreifachung. „Regierungsfeindliche Elemente“ sorgten in Konfliktregionen zusätzlich für inhaltliche Änderungen im Unterricht. Unama teilte weiter mit, Aufständische griffen inzwischen seltener ausländische Truppen an. Diese Vorfälle hätten um zehn Prozent abgenommen. Die Zahl der Angriffe auf einheimische Sicherheitskräfte sei ungefähr gleichgeblieben.

Bei einem Angriff Aufständischer im Osten Afghanistans wurden am Mittwoch drei Soldaten der Internationalen Schutztruppe Isaf getötet. Die Nato-geführte Isaf machte wie üblich keine Angaben zur Nationalität der Opfer oder zu Einzelheiten des Vorfalls. Bereits am Dienstag waren drei Isaf-Soldaten getötet worden. Zwei davon waren bei zwei Anschlägen im Ost- und Südafghanistan ums Leben gekommen. Der dritte Soldat war im Osten des Landes von Attentätern erschossen worden, die Uniformen der afghanischen Nationalarmee trugen.

dpa

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