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Deutschland / Welt Tausende Menschen bei Gedenken für Kommunistenführer
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17:08 09.01.2011
Tausende zogen am zweiten Wochenende des Jahres zum Gedenken an den gewaltsamen Tod der Kommunistenführer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht durch die Hauptstadt. Quelle: dpa
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Mehrere tausend Menschen haben in Berlin wie an jedem zweiten Sonntag im Jahr an den gewaltsamen Tod der Kommunistenführer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht vor 92 Jahren erinnert. Sie zogen am Sonntag traditionell zur Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde, um an die Ermordung der KPD- Gründer zu erinnern. Darunter war auch die versammelte Linken- Parteispitze. Am Frankfurter Tor trafen sich zudem zahlreiche linke und linksradikale Gruppen, um ebenfalls zur Gedenkstätte zu ziehen.

Nach Angaben eines Sprechers der Linkspartei nahmen wie im vergangenen Jahr insgesamt rund 40 000 Menschen am Gedenken für Luxemburg und Liebknecht teil. Die Polizei sprach nur von einigen tausend Teilnehmern. Die Zahl der Teilnehmer sank in den vergangenen Jahren. 2009 waren noch rund 80 000 Menschen an der Gedenkstätte vorbeigezogen. An den Gräbern der Kommunistenführer legten viele Menschen rote Nelken und Kränze nieder.

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An der Gedenkveranstaltung nahmen die beiden Linke-Vorsitzenden Gesine Lötzsch und Klaus Ernst, ihr Vorgänger Oskar Lafontaine, Fraktionschef Gregor Gysi und Bundestags-Vizepräsidentin Petra Pau teil, die Kränze niederlegten.

Lötzsch hatte im Vorfeld mit Äußerungen zum Kommunismus Empörung bei den anderen Bundestagsparteien und auch Kritik in der eigenen Partei ausgelöst. Gysi nahm die Parteichefin beim gemeinsamen Gedenken am Sonntag erneut gegen die Angriffe anderer Parteien in Schutz und nannte die Welle der Kritik eine „Bösartigkeit“. Zuvor hatte Gysi jedoch die Verwendung des in der Bundesrepublik negativ besetzten Begriffs Kommunismus für die Ziele der Linke kritisiert. Die Linke wolle den Kommunismus in Deutschland nicht einführen, betonte Gysi. Lötzsch selbst hatte Vorwürfe, sie sei keine Demokratin, am Samstag als „Unverschämtheit“ zurückgewiesen.

Auf der Demonstration der linken Gruppen vom Frankfurter Tor aus blieb es bis zum Mittag friedlich. Viele rote Fahnen waren zu sehen, auf Transparenten standen antikapitalistische Parolen. Auf dem Weg zur Gedenkstätte in Friedrichsfelde sangen die Teilnehmer Arbeiterlieder, außerdem gab es Ansprachen.

Liebknecht und Luxemburg waren am 15. Januar 1919 von Freikorps- Offizieren in Berlin erschossen worden. In der DDR wurde das jährliche Gedenken von der Staats- und Parteispitze angeführt.

dpa