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Deutschland / Welt Tausende Schüler zu Demo mit Greta Thunberg in Hamburg erwartet
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08:34 01.03.2019
Gerade noch in Antwerpen, am Freitag in Hamburg: Greta Thunberg (Mitte) Quelle: www.imago-images.de
Hamburg

Tausende Schülerinnen und Schüler werden am Freitag in Hamburg beim Schulstreik für mehr Klimaschutz erwartet. Erstmals wird dafür auch die junge schwedische Aktivistin Greta Thunberg nach Deutschland kommen. Die 16-Jährige werde sich um 8.30 Uhr dem Demonstrationszug anschließen, der vom Gänsemarkt über den Jungfernstieg und die Mönckebergstraße bis zum Rathausmarkt führe. Dort will Thunberg, die nach ihren Auftritten auf der UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz (Katowice) und beim Weltwirtschaftsforum in Davos weltberühmt wurde, auch eine kurze Rede halten. Für die Demonstration „Fridays for Future“ haben die Organisatoren bei der Polizei 3000 Teilnehmer angemeldet.

CO2-Budget in zehn Jahren aufgebraucht

„Wir müssen gerade zusehen, wie unserer Generation buchstäblich der Boden unter den Füßen weggezogen wird“, sagte Julia Oepen, Schülerin und Demo-Organisatorin aus Hamburg. „Wenn wir weitermachen wie bisher, ist unser CO2-Budget in zehn Jahren aufgebraucht. Es ist nicht mehr fünf vor, sondern längst Viertel nach Zwölf“, sagte die 17-Jährige. Die Menschen hätten jetzt die Möglichkeit, die Welt zu gestalten, in der sie leben möchten, und einen gefährlichen Klimawandel zu verhindern.

Erster Besuch in Deutschland

Thunberg ist auf der Rückreise aus Paris, wo sie streikende Schüler besuchte. Am Donnerstag sprach sie im belgischen Antwerpen. Die Schülerin hat inzwischen ein Team, das sich um die Organisation ihrer Auftritte kümmert, vor allem unterstützen sie aber ihre Eltern.

Greta Thunberg habe sich bei den Hamburger Organisatoren gemeldet und gefragt, ob sie mit demonstrieren könne, berichtet Nele Brebeck, eine der „Fridays for Future“-Organisatorinnen in der Hansestadt. In Hamburg gehen Schülerinnen und Schüler alle zwei Wochen freitags auf die Straße – „wenn nötig, bis zum Datum des Kohleausstegs“, sagt Brebeck dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Jede Generation hat eine Aufgabe – und unsere Aufgabe ist es anscheinend, das Klima zu retten“, sagt Brebeck. In Hamburg beginnen am Freitag die Schulferien. In zwei Wochen, vor dem Ferienende, soll auch regulär demonstriert werden.

Bundes-Bildungsministerin Karliczek pocht auf Einhaltung der Schulpflicht

Derweil pocht Bundesbildungsministerin Anja Karliczek auf die Einhaltung der Schulpflicht. Dass Schüler sich gesellschaftlich für Klima- und Umweltschutz engagierten, begrüße sie sehr, sagte die CDU-Politikerin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitag). Trotzdem gelte: „Auch unterstützenswertes Engagement gehört in die Freizeit und rechtfertigt nicht das Schulschwänzen.“

Schleswig-Holstein erkennt Demos als politische Bildung an

Auch in Hamburg, Kiel und anderen norddeutschen Städten hatten sich immer freitags zahlreiche Schüler der Protestbewegung angeschlossen. Nach längerer Diskussion hat der schleswig-holsteinische Landtag die Demonstrationen als gelebte politische Bildung anerkannt. In dem Antrag wird allerdings auch deutlich auf die bestehende Schulpflicht verwiesen - und darauf, dass Schüler mit Konsequenzen rechnen müssen, wenn sie für die Demos Unterricht schwänzen.

Hamburger Schulbehörde bleibt hart

Die Hamburger Schulbehörde bleibt derweil hart: Wer in der Schulzeit für den Klimaschutz auf die Straße geht, wird als Schulschwänzer betrachtet - mit allen disziplinarischen Konsequenzen: vom Eintrag ins Zeugnis bis zum Gespräch mit den Eltern. „Grundsätzlich begrüßt es die Schulbehörde, dass Schülerinnen und Schüler aktuelle relevante gesellschaftliche Themen aufgreifen und ihre Anliegen in die Gesellschaft tragen“, sagte der Sprecher der Schulbehörde, Peter Albrecht, auf Anfrage. Dies sollte aber nach Unterrichtsschluss oder am Wochenende geschehen.

Kampf um Klimawandel ist jungen Menschen ernst

„Statt die Schulen in ihrer Selbstverantwortung zu stärken und außerunterrichtliche Projekte zu fördern, fallen dem Schulsenator Ties Rabe (SPD) wieder nur Sanktionen ein“, sagte die Linken-Fraktionsvorsitzende Sabine Boeddinghaus. „Wir müssen als Eltern- und Großelterngeneration endlich begreifen, dass den jungen Menschen der Kampf gegen den Klimawandel ernst ist. Und wir können darüber heilfroh sein.“

Tausende Schüler folgen Greta Thunbergs Aktion

Die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg demonstriert seit dem vergangenen August vor dem Reichstag in der schwedischen Hauptstadt Stockholm für mehr Klimaschutz. Durch ihre Aktion ist sie weit über die Grenzen Schwedens hinaus bekannt geworden. Nach ihrem Vorbild gehen mittlerweile Zehntausende Schüler in verschiedenen Ländern freitags nicht mehr zur Schule, sondern demonstrieren. Sie fordern die Politik ihres jeweiligen Landes damit auf, sich stärker fürs Klima einzusetzen. Vor allem in Deutschland und Belgien haben sich Tausende Schüler dem Protest angeschlossen.

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Von RND/jps/dpa

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