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Deutschland / Welt Terror-Verdacht: Wohnungen in Hamburg, Hannover und Frankfurt durchsucht
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17:22 23.06.2010
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Wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft und Unterstützung einer terroristischen Vereinigung hat die Bundesanwaltschaft mehrere Wohnungen und ein Lokal in Hamburg, Hannover und Frankfurt/Main durchsuchen lassen. Dies sagte ein Sprecher der Anklagebehörde am Mittwoch in Karlsruhe und bestätigte damit Berichte des Norddeutschen Rundfunks. In dem Ermittlungsverfahren gehe es um mutmaßliche Mitglieder der ausländischen terroristischen Vereinigung Islamische Bewegung Usbekistans (IBU). Durchsucht wurden am Dienstag fünf Wohnungen in Hamburg, eine Wohnung im Großraum Hannover sowie ein Lokal in Frankfurt am Main.

Die Männer stehen im Verdacht, an Geldtransaktionen für Kämpfer der IBU mitgewirkt zu haben, die im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet operiert. Einer der Verdächtigen soll zudem im vergangenen Jahr in einem IBU-Terrorcamp im Umgang mit Waffen und Sprengstoff ausgebildet worden sein. Mit den weiteren polizeilichen Ermittlungen wurde das Landeskriminalamt Hamburg beauftragt.

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Die Behörden ermitteln außerdem gegen einen nach Geheimdienstangaben aus Hamburg stammenden Extremisten. Er wurde am Montag im Nordwesten Pakistans festgenommen. Bei seiner Vernehmung in der Stadt Peshawar habe der Mann seinen Namen mit Rami M. angegeben, sagte am Mittwoch ein Mitarbeiter des pakistanischen Geheimdienstes, der anonym bleiben wollte. Er sei etwa 25 Jahre alt und im Frühjahr 2009 über den Iran in die pakistanischen Stammesgebiete gereist.

Rami M. durchlief demnach in Nord-Waziristan ein militärisches Training in einem Lager des Terrornetzes Al-Kaida. Anschließend habe er an Angriffen gegen internationale Truppen in Afghanistan teilgenommen. Während der Vernehmung habe der Deutsche auch erklärt, dass sich in den Stammesgebieten zahlreiche islamische Extremisten aus Europa aufhielten, sagte der Geheimdienstmitarbeiter.

Der Deutsche war am Montag mit mehreren Komplizen bei dem Versuch festgenommen wurden, aus der Stammesregion an der afghanischen Grenze zu entkommen. Er war als Frau verkleidet - mit einer Burka, dem muslimischen Vollschleier.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte, die Identität des Mannes werde geprüft. Die deutsche Botschaft in Pakistan arbeite an der Klärung des Sachverhaltes.

Nach Angaben von „Spiegel Online“ war der 25-jährige Deutsch-Syrer im März 2009 nach Pakistan gereist. Seitdem stufe die Polizei ihn als „Gefährder“ ein. Vor der Abreise habe er als Kopf einer Hamburger Gruppe radikaler Islamisten gegolten. Die Gruppe habe sich in derselben Moschee getroffen, in der schon Attentäter des 11. September verkehrt hätten.

Nach Darstellung von „Spiegel Online“ war Rami M. gemeinsam mit einem Fahrer, einem sieben Jahre alten Mädchen und zwei weiteren in Burkas gehüllten Personen in einem Kleinlaster von der pakistanischen Polizei kontrolliert worden. Weil eine der vermeintlichen Frauen außergewöhnlich groß gewesen sei, wurde das Fahrzeug kontrolliert. Dabei sei Rami M. unter der Burka entdeckt worden.

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dpa