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Deutschland / Welt Drahtzieher der Anschläge von Paris ist tot
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16:58 19.11.2015
Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge von Paris: Abdelhamid Abaaoud . Quelle: AFP PHOTO/ HO/DABIQ
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Paris

Der mutmaßliche Drahtzieher der Terroranschläge von Paris, Abdelhamid Abaaoud, ist tot. Der 28-jährige Belgier sei bei der Polizeiaktion am Mittwochmorgen in Saint-Denis getötet worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Abaaoud war das Ziel des dramatischen Einsatzes nördlich der französischen Hauptstadt, sein Schicksal war danach aber zunächst unklar. Sondereinheiten hatten am Mittwoch eine verdächtige Wohnung in der Pariser Vorstadt Saint-Denis gestürmt, in der Abaaoud vermutet wurde. 

Bei dem Einsatz gab es zwei Tote: Vermutlich sprengte sich eine Frau mit einer Sprengstoffweste selbst in die Luft - die Obduktion wird darüber noch Klarheit schaffen müssen -, außerdem wurde ein von Kugeln durchsiebter Leichnam gefunden. Dieser sei nun anhand von Spuren dem Islamisten Abaaoud zugeordnet worden, erklärte Molins. Unter den acht bei dem Einsatz festgenommenen Verdächtigen hatte sich das Mitglied der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) nicht befunden.

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Eliteeinheiten belagern am frühen Mittwochmorgen eine Wohnung in Saint-Denis. Es kam zu heftigen Schießereien. Der Einsatz gilt dem mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge von Paris, dem belgischen Islamisten Abdelhamid Abaaoud. Bei dem Anti-Terror-Einsatz gab es mindestens einen Toten, wie aus Ermittlerkreisen verlautete.

Der jetzt in Frankreich getötete Abaaoud galt als meistgesuchter Islamist Belgiens und war nicht erst seit den Anschlägen von Paris mit insgesamt 129 Todesopfern im Visier der Sicherheitsbehörden. Gesucht wurde er seit einem vereitelten Terroranschlag auf Polizisten im ostbelgischen Verviers im vergangenen Januar. Zwischenzeitlich soll er für die Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien gekämpft haben.

Spezialkräfte hatten bei ihrem Zugriff am Mittwoch in Saint-Denis acht Menschen festgenommen. Zwei mutmaßliche Terroristen starben, neben Abaaoud wahrscheinlich eine Frau, die sich in die Luft sprengte. Laut Staatsanwalt François Molins hatte es einen Hinweis gegeben, dass Abaaoud sich in Saint-Denis aufhalte. Ob er sich ebenfalls selbst tötete, war am Donnerstag noch unklar.

Premierminister Manuel Valls bezeichnete Abaaoud als „eins der Gehirne der Anschläge“. „Wir wissen heute, dass Abaaoud, das Gehirn dieser Anschläge - eins der Gehirne, denn wir müssen besonders vorsichtig sein und kennen die Bedrohungen - sich unter den Toten befand“, sagte er in der Nationalversammlung.

Die französischen Abgeordneten stimmten für eine Verlängerung des nach den Attentaten verhängten Ausnahmezustands um drei Monate. Außerdem votierten sie für teils erweiterte Befugnisse der Sicherheitsbehörden. Das Vorhaben braucht aber noch die Zustimmung des Senats, der sich an diesem Freitag damit befasst. Valls hatte zuvor vor weiteren Attentaten gewarnt. „Es kann auch ein Risiko chemischer oder bakteriologischer Waffen geben“, sagte er. „Man darf heute nichts ausschließen.“

dpa/afp

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