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Deutschland / Welt Todesschütze von Arizona hat seine Tat geplant
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Todesschütze von Arizona hat seine Tat geplant
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18:40 10.01.2011
Schweigeminute in Washington: Zahlreiche Amerikaner gedenken der Toten. Quelle: dpa
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Der Todesschütze von Arizona hat den Mordanschlag auf die Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords, der in ein Blutbad mit sechs Toten und 14 Verletzten mündete, wohl gezielt geplant. Bei einer Durchsuchung im Haus des 22-jährigen Jared Lee Loughner fanden die Beamten in einem Safe entsprechende Hinweise. Unterdessen trauert Amerika um die Opfer: US-Präsident Barack Obama rief für 11.00 Uhr Ortszeit (17 Uhr MEZ) zu einer Schweigeminute auf. Er selbst wollte im Garten des Weißen Hauses der Opfer gedenken. An Bundesgebäuden im ganzen Land wurden die Flaggen auf Halbmast gesetzt.

Der Attentäter, der die Kongressabgeordnete vor einem Einkaufszentrum in Tucson mit einem gezielten Kopfschuss schwer verletzt und sechs weitere Menschen getötet hatte, ist des mehrfachen Mordes und versuchten Mordes angeklagt. Am Abend sollte er erstmals einem Richter vorgeführt werden. Über die Motive des anscheinend verwirrten Todesschützen, der laut Polizei als Einzeltäter handelte, wird weiter gerätselt.

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Unter den Funden im Haus des Attentäters war ein Briefumschlag mit verschiedenen „Botschaften“ Loughners. Sie enthielten Formulierungen wie „Mein Attentat“ und auch den Namen Giffords, zudem war von Planungen die Rede. Die Polizei entdeckte außerdem ein Schreiben mit dem Briefkopf der Abgeordneten, in dem sie sich für Loughners Teilnahme an einem Wähler-Treffen 2007 bedankte.

Bizarre Erklärungen und Videos des jungen Mannes im Internet weisen auf einen wirren politischen Hintergrund hin. Dort warf er der Politik etwa „Gehirnwäsche“ vor oder forderte eine neue US-Währung. Auch ein früherer Lehrer berichtete von merkwürdigem Verhalten Loughners und sagte: „Ich hatte Angst, er könnte eine Waffe ziehen.“

Die politische Diskussion konzentriert sich unterdessen auf die Frage, ob das in den vergangenen zwei Jahren zunehmend aufgeheizte politische Klima mitverantwortlich für das Blutbad ist. Dabei zielen die Vorwürfe der demokratischen Seite, zu der Obama und Giffords gehören, auf die radikalkonservative Tea Party. Deren Leitfigur Sarah Palin war 2008 republikanische Kandidatin für das Amt des Vizepräsidenten.

Der Wahlkreis der 40-jährigen Demokratin Giffords gehörte zu jenen, die auf Palins Webseite vor der Kongresswahl mit einem Fadenkreuz versehen waren. Die Exgouverneurin von Alaska hatte ihre Gefolgsleute auch aufgerufen: „Zieht euch nicht zurück - ladet nach!“. Derartige „gewalttätige Rhetorik“ trage zu einem vergifteten Klima bei, sagte der demokratische Senator Richard Durbin in einer CNN-Sendung. Sein republikanischer Kollege Lamar Alexander warnte hingegen davor, das Attentat mit Tea Party-Äußerungen oder der Rhetorik anderer Gruppen in Verbindung zu bringen.

Loughner war am Tatort von Passanten überwältigt worden, bevor er ein noch schlimmeres Blutbad anrichten konnte. 14 Menschen hatten den Anschlag mit einer halbautomatischen Pistole teils schwer verletzt überlebt, so auch Giffords. Ihr Zustand ist weiter kritisch. Unter den Todesopfern sind ein hochrangiger Bundesrichter und ein 30- jähriger Wahlkreis-Spitzenmitarbeiter der Abgeordneten. Auch ein neunjähriges Mädchen starb: Geboren wurde die kleine Christina nach Medienberichten am 11. September 2001, dem Tag der verheerenden Terroranschläge in den USA.

Der Attentäter wurde zunächst in fünf Punkten angeklagt, und zwar wegen dreifachen versuchten Mordes und zweifachen Mordes. Dabei geht es um die Opfer, die Bundesbedienstete waren. Dazu gehören Giffords und zwei ihrer Helfer, die überlebten, sowie der getötete Richter und der Wahlkreis-Mitarbeiter.

dpa