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Deutschland / Welt Tote bei Anschlag auf Nato-Basis
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14:28 02.09.2012
Fahrzeugkontrolle am Checkpoint in Herat. Quelle: dpa
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Kabul/Islamabad

Selbstmordattentäter der Taliban haben bei einem Doppelanschlag in der Nähe eines Nato-Stützpunktes in Afghanistan mindestens zwölf Menschen mit in den Tod gerissen. Fast 60 weitere seien am Samstag in der Zentralprovinz Wardak verletzt worden, teilten die Regionalregierung mit. Im Norden Afghanistans töteten unterdessen Angehörige einer regierungstreuen Stammesmiliz zehn Dorfbewohner. Im Nachbarland Pakistan tauchte zudem ein Video auf, dass die abgetrennten Köpfe vermisster Soldaten zeigt.

Nach Regierungsangaben zündete in Wardak zunächst ein Attentäter seine Sprengstoffweste. Danach habe ein zweiter einen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen in die Luft gejagt. "Acht Zivilisten sowie vier Polizisten wurden getötet", so ein Sprecher. Unter den Verletzten seien viele Zivilisten, aber auch Polizisten und Isaf-Soldaten.

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Die Taliban übernahmen die Verantwortung für den Anschlag. Am Stadtrand von Kundus im nördlichen Einsatzgebiet der Bundeswehr griffen am Sonntag regierungstreue Milizionäre ein Dorf an und erschossen zehn Zivilisten. Acht weitere seien verletzt worden, teilte ein Sprecher des Gouverneurs mit. Als Grund wird ein Racheakt vermutet. Am Samstag sei in dem Dorf ein Milizionär von den Taliban getötet worden, so der Sprecher. Die Miliz habe sich an Bewohnern gerächt, die den Extremisten angeblich Unterschlupf gewährt hätten.

Derweil bestätigte die Nato den Tod eines ranghohen Mitglieds des Terrornetzwerks Al-Kaida. Der aus Saudi-Arabien stammende Abu Walid, auch bekannt als Amru Mastur al-Ghamrawi, sei bereits am 3. August in der Grenzprovinz Kunar getötet worden. Er soll an zahlreichen Anschlägen in Afghanistan beteiligt gewesen sein. Im Nachbarland Pakistan veröffentlichten Aufständische ein Video, das Berichten zufolge die abgetrennten Köpfe vermisster Soldaten zeigt. Nach einer Militäroffensive im Stammesgebiet Bajaur an der afghanischen Grenze galten die 15 Einsatzkräfte als vermisst. Ein Taliban-Sprecher sagte, die Soldaten seien getötet und elf von ihnen enthauptet worden. "Es stimmt, dass 15 Soldaten getötet worden sind", bestätigte ein Sicherheitsbeamter. Das Video kommentierte er jedoch nicht. Nach Informationen der Zeitung "Dawn" vom Samstag zeigt es mutmaßliche Rebellen neben einer Reihe abgetrennter Köpfe.

Bei einem US-Drohnenangriff im Stammesgebiet Nord-Waziristan starben unterdessen vier Menschen. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen gab es bei dem Angriff am Samstag auch drei Verletzte. Die Region gilt als Extremisten-Hochburg.

dpa